Qualität - Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018

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"Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und höchster Bedienungskomfort."

Die Qualität unserer Haushaltsgeräte ist für uns ein zentraler Erfolgsfaktor. Heute steuern wir die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen über ein integriertes Qualitätsmanagementsystem, das zusätzlich zu ISO 9001 die Bereiche Umwelt (ISO 14001) und Arbeitssicherheit (OHSAS 18001) einschliesst und sowohl am Hauptsitz als auch in den Ausstellungs-, Beratungs- und Service-Centern seine Wirkung entfaltet. Die Standorte in Arbon und Changzhou sind ebenfalls nach ISO 9001 zertifiziert.

 
Verantwortlich einkaufen und nachhaltig entsorgen
Qualität beginnt beim Einkauf. Dabei verstehen wir unter Qualität die Integrität in Bezug auf Umwelt- und Sozialstandards. Deshalb stellen wir klare Ansprüche an unsere Lieferanten und überprüfen die Einhaltung dieser Standards mittels Audits. Hat eines unserer Geräte nach langer Lebensdauer seinen Dienst getan und soll ersetzt werden, leisten wir über die Beteiligung bei der Stiftung SENS unseren Beitrag. Um die Umwelt zu schützen und die Rohstoffe wiederverwenden zu können, setzt sich SENS zusammen mit Herstellern, Importeuren, Händlern, Sammelstellen und Recyclern für eine fachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Elektro- und Elektronikgeräten ein. 

Stories

Kurze Schritte, langer Atem
Industrie 4.0, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind in aller Munde. Auch bei uns spielen diese angesagten Begriffe im Hinblick auf die Digitalisierung unserer Prozesse und Produkte eine zentrale Rolle. Beim Produktionsband unserer Combi-Steamer ist beispielsweise ein «Idefix» unterwegs. Dabei handelt es sich um ein führerloses Transportsystem, das wir derzeit testen. Vereinfacht ausgedrückt transportiert Idefix selbstständig Teile von A nach B. Dies tut er nicht auf direktem Weg, sondern in einer grösseren, scheinbar umständlichen Schlaufe. Die Umstände machen wir uns – oder Idefix –, um Erfahrungen zu sammeln, die uns künftig im Einsatz von führerlosen Systemen in der Produktion von Nutzen sein werden. In der Qualitätsprüfung haben wir jüngst akustische Sensoren in Kombination mit künstlicher Intelligenz (KI) getestet: Ein an der Geschirrspülertür angebrachtes Mikrofon zeichnet die Geräusche beim Waschgang auf und die KI in der Cloud klärt in wenigen Sekunden ab, ob der Sprüharm im Geräteinneren einwandfrei funktioniert. Auch wenn diese und andere Technologien vorderhand (noch) nicht wirtschaftlich einsetzbar sind, so gewinnen wir dabei doch wertvolle Erkenntnisse, die uns später, z. B. bei der Ferndiagnose von Störungen bei Geschirrspülern, einen grossen Dienst erweisen. Das Ziel ist dabei, die Produktions- und Service-Leistungen effizienter zu organisieren.  

Mit weniger Energie zu mehr Kühle
Nur einen Steinwurf vom ausladenden Strandbad in Arbon, wo jeden Sommer Tausende Gäste Abkühlung suchen, dreht sich bei uns ganzjährig alles um die Kältetechnik. Seit 2013 produzieren wir in den Liegenschaften der ehemaligen Arbonia-Forster-Holding unser Kühlgerätesortiment. Um dies künftig noch effizienter zu tun, haben wir im vergangenen Winter unsere Thermoformanlage erneuert. Wie es der Name sagt, formt diese Anlage unter Einsatz von Wärme sowie Vakuum und Druck den Innenbehälter unserer Kühlgeräte. «Dank der neuen Anlage können wir unsere zwei alten Anlagen abbauen – die neue ist nämlich in vielerlei Hinsicht schneller und effizienter», erklärt Max Herger, Geschäftsführer der V-ZUG Kühltechnik AG. Mit der neuen Technik sind wir nicht nur doppelt so schnell, sondern erreichen auch eine präzisere und stabilere Verformung. Dies erlaubt es uns, dünnere Kunststoffplatten und damit weniger Material einzusetzen. Und weil die Anlage deutlich weniger Energie braucht, um dieselbe Wärmeleistung zu erzeugen, sparen wir auch deutlich Energie ein. Max Herger ist mit dem Resultat der ersten sechs Monate sehr zufrieden: «Wir rechnen mit einer Energieeinsparung von 20% oder 138 000 Kilowattstunden pro Jahr gegenüber früher – damit macht sich die Investition nicht nur finanziell in der Zukunft bezahlbar», hält er zufrieden fest.

 
Investment mit Weitblick
Zusammen mit weiteren Unternehmen der Metall Zug Gruppe haben wir für unsere Standorte in Zug und Arbon bis Ende 2020 eine verbindliche Zielvereinbarung mit dem Bund abgeschlossen. Darin verpflichten wir uns freiwillig, die Energieeffizienz zu steigern bzw. unsere CO2-Emissionen kontinuierlich zu senken. Im Gegenzug werden wir von der nationalen CO2-Abgabe auf Brennstoffe befreit. In Arbon werden wir die vereinbarten Ziele für 2020 übertreffen und können deshalb mit den erzielten Übererfüllungen CO2-Bescheinigungen generieren. Für den Standort Zug haben wir uns mehrfach öffentlich dazu bekannt, nach 2020 CO2-neutral zu produzieren. An diesem Ziel halten wir fest, auch wenn absehbar ist, dass wir den vereinbarten Absenkpfad bis 2020 verfehlen werden. Das klingt paradox, ist aber aus Optik der Metall Zug Gruppe nur konsequent und logisch: Statt heute schon mehr Biogas zu kaufen, um unseren Absenkpfad zu erreichen, zahlen wir sowohl dem Bund eine jährliche Busse als auch der Metall Zug Gruppe eine Abgabe. Seit 2018 erhebt diese für den CO2-Fussabdruck (Brenn- und Treibstoffe) ihrer Tochterfirmen nämlich einen internen CO2-Beitrag von 120 CHF pro Tonne. Diese Mittel fliessen in einen internen Fond, der für Energieeffizienzprojekte, allen voran für den Multi Energy Hub (MEH) auf unserem Stammareal (siehe Gesellschaft), zur Verfügung steht. Dank dieser Investitionen kann der MEH voraussichtlich ab
2020 schrittweise in Betrieb genommen werden und nicht nur unsere Produktion in Zug, sondern auch der Technologiecluster profitieren schneller von einer CO2-neutralen Energieversorgung. 
 

Kennzahlen Qualität und Umwelt

Weniger Störungen: Mehr zufriedene Kunden, weniger Kosten
Störungen bei Haushaltsgeräten sind für unsere Kunden lästig. Für uns haben sie überdies finanzielle Folgen: Reparaturen und Serviceleistungen, die wir in Garantie oder aus Kulanz durchführen, gehen in Form von Qualitätskosten zu unseren Lasten. Deshalb investieren wir kontinuierlich in optimierte Produkte sowie Fertigungs- und Logistikprozesse. Im Vergleich zu 2015/16 konnten wir die Anzahl der Störungen in der Berichtsperiode um 2% reduzieren, damit unsere Qualitätskosten senken und die Anzahl zufriedener Kunden steigern.

 

Grafik: Störungsrate (Schweiz), indexiert auf Stand 2015/16

Unser Service - konsequent hochstehend
Tritt trotzdem einmal eine Gerätestörung ein, möchten wir schnell vor Ort sein und das Problem möglichst beim ersten Besuch lösen. Für unseren Service und Support sind deshalb die Reaktionsgeschwindigkeit und erfolgreiche Reparatur beim ersten Besuch zentrale Kennzahlen. In den vergangenen drei Perioden konnten wir unsere durchschnittliche Reaktionszeit von der Meldung bis zur Reparatur um 7% senken. Die Ersterledigungsrate lag im selben Zeitraum bei gut 90%. Mit anderen Worten: In neun von zehn Fällen konnten wir das Problem auf der Stelle lösen.

 

Grafik: Durchschnittliche Reaktionszeit von der Meldung bis zur Reparatur in Tagen (Schweiz) 

Absoluter Energieverbrauch gestiegen
2017/18 lag der absolute Energieverbrauch innerhalb der Organisation bei 113,2 Terajoule (96,9 TJ ohne Arbon / Changzhou). Darin enthalten sind Elektrizität (40,6%), Erd- und Biogas (29%), Diesel (24,3%) und Benzin (0,04%) der eigenen Fahrzeugflotte (inkl. Lkw) sowie Heizöl (6%). Im Vergleich zur Vorperiode ist der Energieverbrauch um 11,4% gestiegen. Ohne Arbon / Changzhou resultiert ein Minus von rund 5% im Vergleich zur Periode 2016 /17. 

Grafik: Energieverbrauch innerhalb von V-ZUG nach Energiequellen in TJ

CO2-Emissionen ebenfalls höher
Unsere Geschäftstätigkeit hatte 2017/18 insgesamt 4781 Tonnen (3707 t ohne Arbon / Changzhou) energiebezogene CO2-Emissionen zur Folge. Sie setzen sich zusammen aus den Positionen Diesel (42,4%), Erdgas (34,4%) sowie Heizöl (10,4%) und Benzin (0,1%). Der Strom schlägt mit 12,7% zu Buche. Am Standort Zug verursacht der Strom, den wir seit 2014 zu 100% aus Schweizer Wasserkraft beziehen, keine Emissionen. Im Vergleich zur Vorperiode ist der CO2-Ausstoss damit um 22,7% gestiegen. Ohne Arbon / Changzhou resultiert ein Minus von 4,7% im Vergleich zur Periode 2016/17. 

Grafik: Standortbezogene direkte Emissionen (Scope 1; Strom, Erdgas, Heizöl EL) und direkte Emissionen ausserhalb des Standorts (Scope 2, Diesel) in Tonnen CO2

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