Produkte und Services - Nachhaltigkeitsbericht 2018/2019

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Einführung Produkte und Services

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Produkte während ihrer ganzen Lebensdauer und sind darin bestrebt, innovative, nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen zu schaffen. Wir kennen und managen vorgelagerte Wertschöpfungsprozesse, betreuen unsere Kunden bei der Nutzung und sorgen für die optimale und umweltgerechte Entsorgung oder Verwertung. Damit Letzteres immer besser gelingt, arbeiten wir mitunter daran, weniger Verbundwerkstoffe und -teile in unseren Produkten zu verbauen und den Anteil umstrittener Substanzen zu minimieren.

Geräte in der Anwendung erzeugen grösste Hebelwirkung
Der Energie- und Wasserverbrauch ist bei der Produktion unserer Geräte wesentlich kleiner als bei deren Gebrauch. Deshalb wollen wir die ressourcenschonendsten Geräte entwickeln und fertigen, dies ohne Kompromisse beim Ergebnis oder beim Bedienungskomfort. Nebst Energieeffizienz und minimalem Wasserverbrauch zählen hierzu Reduktion der Lärmemissionen und Schonung der Alltagsgegenstände unserer Kunden. Unsere Kunden regen wir zu ressourcenschonendem Verhalten an, indem wir sie transparent über den Verbrauch informieren und Instrumente zur Verfügung stellen, um selbst Einfluss zu nehmen (siehe «Wenn die Maschine mitdenkt» und «Sie weiss es besser»). 

Schweizer Spitzenqualität
Haushaltsgeräte von V-ZUG sollen jedoch nicht nur in der Anwendung nachhaltig sein, sondern auch lange Freude bereiten. Basis dafür sind qualitativ hochwertige Produkte. Als Schweizer Traditionsunternehmen sind Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit Teil unserer DNA und wir unterstützen unsere Kunden mit einem schnellen, kompetenten und flexiblen Service. Ausserdem lassen wir unsere Managementsysteme auf Qualität, Umwelt sowie Arbeitssicherheit zertifizieren (ISO 9001, ISO 14001 und OHSAS-18001) und optimieren unsere Qualitätssicherungsprozesse laufend (siehe «Den Herzschlag der Geschirrspüler abhören»).

Langlebig und aktuell
Unsere langlebigen Haushaltsgeräte sollen noch Jahre nach dem Verkauf in einem modernen Haushalt Mehrwert generieren. Die Ersatzteilgarantie von bis zu 15 Jahren legt den Grundstein hierfür. Im Zuge der Digitalisierung spielt ausserdem die Vernetzbarkeit eine zentrale Rolle. Seit Februar 2019 ist eine grosse Anzahl der V-ZUG Produkte fähig, mit Smartphones, Tablets etc. zu kommunizieren. Die Integration erlaubt es, für Kunden und V-ZUG individuelle und flexible Lösungen zu gestalten und neuste Technologien einzusetzen. Durch Nachrüsten (sogenanntes «RetroFit») profitieren Haushalte mit älteren Geräten von den neuen Produktinnovationen. 

Grafik: Peter Hausheer, Leiter Marketing & Category Küche, Sanitas Trösch

Stories Produkte und Services

Wenn die Maschine mitdenkt
Als Nutzer der V-ZUG Geräte können Kunden aktiv mitbestimmen, wie stark ein Waschgang oder Kochvorgang die Umwelt belastet. Diese Entscheidungen laufend zu treffen und dabei die richtigen Abwägungen zu machen, ist jedoch nicht immer so trivial, wenn man sich mit den technischen Details nicht auskennt. Benötigt eine Waschmaschine weniger oder mehr Energie mit dem Kurzprogramm? Steigt der Wasserverbrauch bei einem längeren Waschgang? Und ist die Zubereitung von Bratkartoffeln in der Pfanne oder Ofenkartoffeln im Backofen energieeffizienter?

Wir befähigen unsere Kunden, ihre Umweltbelastung tagtäglich unkompliziert und richtig zu managen. Mit der Wahl von Eco-Programmen beispielsweise läuft ein Standardprogramm des Geschirrspülers oder der Waschmaschine ressourcenschonender. Sauber werden Geschirr und Textilien gleichermassen. Und das integrierte EcoManagement informiert über den prognostizierten und tatsächlichen Energie- und Wasserverbrauch. V-ZUG steht noch am Anfang bei den Entwicklungen, die Geräte als «Anwendungsberater» einzusetzen, doch viele Ideen sind in der Pipeline. «Stellen Sie sich vor, ihr Kochfeld schlägt vor, die Hitze zu reduzieren, weil es weiss, dass das Rezept auf niedrigerer Stufe genauso gut gelingt. Und Sie entscheiden bequem vom Sofa aus, ob Sie der Empfehlung folgen oder nicht», regt Stephan Keller, Direktor Technisches Departement, an. Unsere Kunden sind die wichtigsten Akteure für mehr Nachhaltigkeit im Haushalt. Wir ebnen den Weg immer weiter, damit Umweltschonung Spass macht und passiert, ohne dass man darüber nachdenken muss.

Den Herzschlag der Geschirrspüler abhören
Innovation bringt nicht nur neue Geräte hervor, sondern auch qualitativ bessere. Zurzeit ist ein Proof of Concept in Ausarbeitung, das uns erlaubt, in ein geschlossenes Gerät hineinzuhören. Künstliche Intelligenz verleiht uns in diesem Anwendungsfall zwar keine Augen, aber Ohren, mit denen wir das Innenleben einer Maschine abhören können – wie ein Arzt den Herzschlag eines Patienten. Weichen beispielsweise die Wassergeräusche ab, ist dies ein eindeutiger Hinweis auf einen Funktionsfehler.
Der Mehrwert künstlicher Intelligenz liegt nicht nur darin, dass der Fehler identifiziert und Lösungswege aufgezeigt werden. Darüber hinaus lernt die Software mit jedem Anwendungsfall dazu und kann immer bessere Feedbacks zurückspielen. «Durch die Verfeinerung der Qualitätschecks vermeiden wir unnötige Servicefahrten. Gleichzeitig machen wir V-ZUG fit für die Zukunft und schliessen wertvolle Allianzen», erörtert Stephan Keller, Direktor Technisches Departement bei V-ZUG. Denn Innovation bedeutet für V-ZUG, Hand in Hand mit Pionieren im Technik-Bereich zusammenzuarbeiten, langfristige Investitionen zu tätigen und kalkulierbare Risiken einzugehen. Dazu gehört es, neue Technologien auszuprobieren. Gewinnen können dabei alle Parteien: Der Partnerfirma steht ein «Versuchsobjekt» zur Verfügung, während V-ZUG frühzeitig spannende Anwendungsbereiche noch reifender Technologien prüfen kann.

Sie weiss es besser
Dass ein einmalig getragenes Sommerkleid nicht gleich intensiv gewaschen werden muss, wie ein Badetuch nach einem Wochenende am See, leuchtet den meisten Menschen ein. Die richtige Menge Waschmittel für die Reinigung einzufüllen, fällt jedoch vielen schwer. Und da man gerne saubere und wohlduftende Kleidung trägt, tendieren wir zur Überdosierung. «Umwelttechnisch ist das suboptimal, weil die Maschine den übermässigen Schaum in der Trommel mit Wasser bekämpfen muss», erklärt Ernst Dober, Leiter Innovation, Services & Technology. Ausserdem gelangt unnötig viel Waschmittel ins Abwasser.
OptiDos, eine Anfang 2019 lancierte Produktfunktion, nimmt einem die Entscheidung bei der Waschmitteldosierung ab: Wasserhärte einmalig einstellen, bei Bedarf den Verschmutzungsgrad eingeben und Programm wählen, und die Waschmaschine erledigt den Rest. Denn mithilfe dieser Angaben und einer ausgeklügelten Sensorik eruiert die Waschmaschine selbstständig die optimale Dosierung des Lieblingswaschmittels unserer Kunden. «Damit stellen wir ein anwenderfreundliches Instrument zur Verfügung, mit dem jeder Haushalt unkompliziert Ressourcen sparen kann – für die Umwelt und fürs Portemonnaie. Die Flexibilität der Kunden schränken wir gleichwohl nicht ein, denn die V-ZUG Waschmaschinen lassen nach wie vor eine manuelle Dosierung zu», ergänzt Ernst Dober zufrieden.

Kennzahlen Produkte und Services

Überwiegend Geräte mit Energieklassen A und höher
Rund 78 % unserer Geräte wurden 2018/2019 mit europäischer Effizienzklasse A oder höher ausgeliefert. Gegenüber der Vorperiode ist dies ein Rückgang von 2,5 %, der jedoch auf eine Neukategorisierung der Daten im Rahmen der SAP-Umstellung zurückgeht: Die in die USA ausgelieferten Geräte entsprechen zwar einer Effizienzklasse A oder höher, fallen jedoch seit dieser Berichtsperiode in die Gruppe «ohne Energieklasse». Ohne diese Umverteilung wäre der Anteil ausgelieferter Geräte mit Energieklasse A oder höher um 0,5 % angestiegen.
Dabei ist zu beachten, dass es für gewisse Produktkategorien keine offiziellen europäischen Energieeffizienzklassifizierungen gibt. Bei V-ZUG betrifft dies insbesondere Kochfelder, Wärmeschubladen und Mikrowellengeräte. Ausserdem ist nicht in jeder Apparatekategorie eine Klassifizierung höher als A (also A+ bis A+++) möglich. Bei der Kategorie C handelt es sich um Dunstabzugshauben, deren Verbrauch verglichen zu anderen Haushaltapparaten relativ tief ist. Bei den von uns selbst produzierten Geräten liegt die Quote der Apparate mit dem Label A, A+, A++ oder A+++ bei 100 %.

Grafik: Ausgelieferte Geräte nach Energieklassen

Störungen stark zurückgegangen

Störungen bei Haushaltsgeräten sind für unsere Kunden lästig. Für uns haben sie überdies finanzielle Folgen: Reparaturen und Serviceleistungen, die wir in Garantie oder aus Kulanz durchführen, gehen in Form von Qualitätskosten zu unseren Lasten. Deshalb investieren wir kontinuierlich in optimierte Produkte sowie Fertigungs- und Logistikprozesse. Im Vergleich zu 2015/2016 ist die Anzahl der bei uns verzeichneten Störungsfälle während der Berichtsperiode um 22 % zurückgegangen.

 

Grafik: Störungsrate Schweiz (indexiert auf Stand 2015/2016)

Reaktionszeit leicht angestiegen
Tritt eine Gerätestörung ein, möchten wir schnell vor Ort sein und das Problem möglichst beim ersten Besuch lösen. Für unseren Service und Support sind deshalb die Reaktionsgeschwindigkeit und die erfolgreiche Reparatur bei der ersten Sichtung zentrale Kennzahlen. In den letzten Jahren konnten wir unsere durchschnittliche Reaktionszeit stetig senken. In dieser Berichtsperiode ist uns dies aufgrund der SAP-Umstellung nicht gelungen. Die dabei teilweise entstandenen Systemprobleme konnten in der Zwischenzeit behoben und stabilisiert werden. Die Ersterledigungsrate lag auch in dieser Berichtsperiode wiederum bei gut 90 %, d. h. es gelingt uns in neun von zehn Störungen, die Fälle auf der Stelle zu lösen.

Grafik: Durchschnittliche Reaktionszeit in Tagen (Schweiz)

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