Innovation - Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018

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"Unter nachhaltigen Produkten verstehen wir Produkte, die nicht nur auf dem neuesten Stand der Technik, sondern auch langlebig sind."

 
Nachhaltigkeit prägt unsere sechs Innovationsfelder Ressourceneffizienz, Gesundheit und Sicherheit, Spitzenleistung, Wertigkeit, Individualisierung und Simplexity. Doch technische Innovationen und ein hochstehender Service reichen nicht aus, um den ökologischen Fussabdruck unserer Geräte zu senken. Eine zentrale Rolle nehmen unsere Kunden und ihr Nutzungsverhalten ein. Für neue innovative Lösungen setzen wir deshalb konsequent auf „Design Thinking“: eine Innovationsmethode, die unsere Kunden in den Mittelpunkt des Handelns stellen und es uns ermöglicht, nutzerorientierte, nachhaltige Ideen zu generieren, die in der täglichen Anwendung zum Tragen kommen. 
 
Simplexity: einfach komplex
Simplexity prägt die neue Generation von Geräten. Dabei suchen wir die Balance zwischen einer einfachen Handhabung unserer Geräte und der Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten indem wir sie weitgehend automatisieren. Dabei informieren wir die Nutzer aktiv über Energieverbrauch und weisen auf ressourcenschonende(re) Programme hin. Spitzenleistung heisst für uns nicht nur die Schnelligkeit unserer kundenorientierten Prozesse, sondern auch die Marktführerschaft im Bereich Ressourceneffizienz. Dabei zielen wir nicht auf einzelne Geräte, sondern auf unser gesamtes Sortiment und die dazugehörigen Serviceleistungen ab. 
 

Stories 

Kühlen mit 40% weniger Energie
«Innovation bedeutet für uns, sich auf Experimente einzulassen und Ideen Raum zu geben, die auf den ersten Blick nicht sofort realisierbar scheinen», meint Stephan Keller, Leiter Entwicklung. Ein gutes Beispiel ist die Idee eines Kühlschrankes, der dank Nutzung von Anergie 40% weniger Energie verbrauchen soll als herkömmliche Geräte. Im Prinzip funktioniert ein Kühlschrank wie eine Wärmepumpe. Nur umgekehrt. Während die Wärmepumpe dem Aussenbereich die Wärme entzieht und diese als Heizenergie an das Haus abgibt, entzieht ein Kühlschrank seinem Innenraum die Wärme und gibt sie nach draussen ab. Je kleiner nun der Temperaturunterschied zwischen dem kalten Inneren und dem vergleichsweise warmen Äusseren ist, desto weniger Energie wird für den Wärmeentzug benötigt. Die Idee des Projektes ist, dafür Anergie, also bisher ungenutzte Niedertemperaturwärme, zu verwenden. Die Niedertemperaturwärme von ca. 0 bis 10 °C des Haushalts wird über ein Leitungsnetz geführt und der Kühlschrank nutzt diese, um seine konstante Idealtemperatur von 4 bis 5 °C zu erreichen. Die geringe Temperaturspreizung führt zu einer dramatischen Reduktion des Energieverbrauchs um ca. 40%. Was heute noch wie Zukunftsmusik klingt, könnte uns morgen zur Vorreiterin machen. Denn Anergienetze sind zwar in der Schweiz noch kaum verbreitet, dürften aber für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 eine wichtige Rolle spielen. Mit dieser Überzeugung arbeiten wir mit unserem Lausanner Partner GEFISWISS derzeit an einem Pilotprojekt, um nebst der technologischen auch die wirtschaftliche Machbarkeit zu prüfen.

 
Mit Zephyr in die Höhe
Wir bekennen uns langfristig zum Produktionsstandort Zug und investieren deshalb erheblich in neue
Gebäude und moderne Technologien. Dies mit dem Ziel, unsere Flächenproduktivität massgeblich zu
steigern. Wichtige Verbesserungen sind dabei die Reduktion von Lagerbeständen zur Beschleunigung
der Durchlaufzeiten über die gesamte Wertschöpfungskette sowie der vertikale Fabrikbau über vier
Stockwerke, der es uns erlaubt, den ökologischen Fussabdruck der V-ZUG zu verkleinern. Innerhalb
des Gesamtareals planen wir derzeit drei neue Gebäude. Mit Baubeginn des ersten Teilprojektes
«Zephyr Hangar» im Jahr 2018 haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Durch
die Vertikalisierung und die gleichzeitige Optimierung der Produktionsprozesse können wir die Produktion pro Quadratmeter mehr als verdoppeln. Die Zeit drängt: Bereits im Jahr 2019 wollen wir die neuen Blechpressen im Neubau in Betrieb nehmen. Die nach dem Prinzip der Servo-Transfer-Technologie funktionierenden Pressen können nahtlose Blechteile ausgehend von Bandmaterial pressen und zeichnen sich durch eine deutlich gesteigerte Produktivität und Energieeffizienz (bis zu 40% weniger Energieverbrauch) aus. Die Ablösung der alten Maschinen ist ein komplexes Unterfangen und die Planung folgt dem zeitlichen Verlauf der Einführung neuer Produktlinien. So können wir Produkt-Design, Fertigungs- und Prozess-Design optimal abstimmen.
Entscheidungshilfe METUS
Unsere Produkte gewinnen Tag für Tag an Komplexität. Auf der einen Seite muss ihre Bedienung immer intuitiver werden, auf der anderen Seite erwarten Konsumenten, dass die Geräte eine immer  grössere Vielfalt an Programmen und weiterführenden Dienstleistungen anbieten. Damit ein neues V-ZUG Produkt erfolgreich in den Markt eingeführt werden kann, ist es heute aus kommerziellen Gründen immer wichtiger, dass wir einen grösstmöglichen Standardisierungsgrad erreichen. Um alle Kostenfaktoren integral analysieren und bewerten zu können, haben wir METUS ins Haus geholt. Mit Hilfe des Softwarepakets optimieren wir alle neuen Projekte bezüglich Modularisierung. METUS kann ein Produkt mit all seinen Abhängigkeiten modellieren, erkennt Kostentreiber wie Farbausführungen oder ob ein Gerät eine automatische Türöffnung besitzt und unterstützt uns so bei Produkt- und Portfolioentscheidungen. Bei V-ZUG wird die Methode in der frühen Projektphase angewandt, um Variantentreiber wie Gerätehöhe oder Verkleidungsmaterial der Aussentür zuverlässig zu ermitteln, kundengerechte Baugruppen (Modularisierungen) wie die «Tür» mit ihren Submodulen «Türgriff» oder «Türinnenteil» zu bilden und damit Effizienzen nachhaltig abzubilden. Ergänzt wird diese Vorgehensweise durch ein ebenfalls softwaregestütztes Anforderungsmanagement und eine Zielkostenberechnung über Referenzmodelle. In Bezug auf ein Referenzsortiment werden bei V-ZUG zukünftig 30 bis 40% der Teile eingespart, zugleich aber die theoretische Variantenvielfalt mehr als verdoppelt.
 

Kennzahlen Innovation

80% in der Energieeffizienzklasse A oder höher 
Rund vier von fünf im Berichtsjahr ver kauften Geräten entsprechen der europäischen Effizienz klasse  A oder übertreffen diese gar. Bei den von uns selbst produzierten Geräten liegt die Quote der Apparate mit dem Label A, A+, A++ oder A+++ gar bei 100%. Bei der Kategorie C handelt es sich um Dunstabzugshauben, deren Verbrauch zu anderen Haushaltapparaten relativ tief ist. Diese Werte sind insofern erfreulich, als dass es für jedes siebte verkaufte Gerät (16,6%) noch gar keine offiziellen europäischen Energieeffizienzklassifizierungen gibt. Dies betrifft insbesondere Kochfelder, Wärmeschubladen, Coffee-Center, Mikrowellengeräte und Dunstabzüge. Ausserdem ist nicht in jeder Apparatekategorie eine Klassifizierung höher als A (also A+ bis A+++) möglich. 

Grafik: Ausgelieferte Geräte nach Energieeffizienzklassen

Geschirrspüler sparsamer denn je 
Unsere Effizienzbestrebungen werden am Beispiel der Energie- und Wasserverbräuche der Adora-Geschirrspüler sichtbar: Im Vergleich zu vor 30 Jahren brauchen unsere Apparate 72,5% weniger Energie und 87% weniger Wasser. Als erste Herstellerin bauen wir seit 2014 eine hocheffiziente Wärmepumpe in den Adora-SL-WP-Geschirrspüler ein und reduzieren damit den Stromverbrauch gegenüber herkömmlichen Geschirrspülern um fast die Hälfte. 

Grafik: Enerige- und Wasserverbräuche der Adora-Geschirrspüler (1984 bis 2017) 

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