Mitarbeitende - Nachhaltigkeitsbericht 2020

Einführung Mitarbeitende

Unseren unternehmerischen Erfolg verdanken wir hauptsächlich dem grossen Engagement unserer Mitarbeitenden. Es ist uns ein Anliegen, dass sie zufrieden sind, sich wohl fühlen und entfalten können. Das Fundament bilden die neu lancierten Grundsätze der Zusammenarbeit: «Wir», «Verantwortung», «Respekt», «Vertrauen», «Wertschätzung» und «Begeisterung».

Grafik: Grundsätze der Zusammenarbeit

Kommunizieren und mitwirken – unsere wichtigsten Werkzeuge
Der Dialog auf Augenhöhe, zeitnahes Feedback über alle Hierarchiestufen und eine wertschätzende Führungskultur ist uns ein Anliegen. Zentral hierfür ist V-ZUGconnect, das dem Austausch über Befinden, Leistung, Kompetenzen und Perspektiven einen Rahmen gibt.

Wir wollen ebenso, dass unsere Mitarbeitenden bei strategischen Themen mitwirken. In der Sustainability Workforce beispielsweise treiben diverse Fachkräfte unser Nachhaltigkeitsengagement voran und regen Mitarbeitende an, am Arbeitsplatz wie auch privat nachhaltig zu handeln.

Vielfalt als Erfolgsfaktor
In unserem Unternehmen kommen Persönlichkeiten mit vielfältigen Qualifikationen, kulturellen Hintergründen und Lebenssituationen zusammen. Als Treiber von Innovation und Motivation ist uns der Generationenmix genauso wichtig wie der Kompetenz-, Kultur- oder Gender-Mix. Mit flexiblen Arbeitsmodellen wie Teilzeit, Job Sharing oder Mobile Office gehen wir auf individuelle Bedürfnisse ein. Weiter fördert V-ZUG die Balance von Beruf und Privatleben.

Zukunftsfähigkeit für unsere Mitarbeitenden und V-ZUG
Zukunftsfähige Kompetenzen und die Arbeitsmarktfähigkeit unserer Mitarbeitenden wollen wir aus eigner Kraft aufbauen bzw. sichern. Unsere Weiterbildungsstrategie orientiert sich am internen Kompetenzmodell. Es ist Ausdruck einer individuellen kompetenz- und leistungsbasierten Evaluation. Mit der V-ZUGacademy bieten wir interne Kurse, Trainee- und Talentförderprogramme sowie Kader- und Führungsausbildungen an. Ebenso unterstützen wir externe Ausbildungen und bieten Nachwuchstalenten ein externes Mentoring an.

Gesundheit und Sicherheit – mit und ohne Krise
Die Covid-19-Pandemie hat das Thema Gesundheit ins Zentrum gerückt. In der Krisensituation profitierte V-ZUG von einem etablierten und nach ISO 45001 zertifizierten Management für Gesundheit und Sicherheit. Mit «V-ZUGvitality» machen wir die physische und psychische Gesundheit regelmässig zum Thema und bieten den Mitarbeitenden situationsspezifische Unterstützungsangebote an.



«V-ZUG steht für Verlässlichkeit, hohe Qualitätsansprüche und Glaubwürdigkeit – auch als Arbeitgeberin. Eine inspirierende, innovationsfördernde Unternehmenskultur sowie zufriedene Mitarbeitende sind kein Zufall – gemeinsam mit meinem Team und den Führungskräften arbeiten wir täglich daran.»

Sandra Forster-Bernacchia, Direktorin Human Resources bei V-ZUG

 

Stories Mitarbeitende

50-jährig und seit 20 Jahren dabei – Wie weiter?
Im beruflichen Werdegang folgt oft ein (scheinbar) logischer Schritt dem nächsten. Viele machen ihre Arbeit gerne und gut. Aber wer bestimmt die Richtung? Und entspricht der Weg den eigenen Wünschen? Wir möchten die Mitarbeitenden motivieren, ihre berufliche Entwicklung in die Hand zu nehmen und gemeinsam mit V-ZUG die eigene Laufbahn zu gestalten. Im Zuge digitaler Transformation, Globalisierung und Co. fördern wir die Arbeitsmarktfähigkeit unserer Mitarbeitenden gezielt – denn arbeitsmarktfähige Mitarbeitende bedeuten Zukunftsfähigkeit für V-ZUG. Im Pilotprojekt «Laufbahncheck» mit dem Berufsinformationszentrum Zug (BIZ Zug) nahmen 38 Mitarbeitende aus dem Bereich Service Deutschschweiz eine Standortbestimmung vor, aktualisierten ihren Lebenslauf und werteten ihren Werdegang aus. Im Gespräch mit den Expertinnen und Experten von BIZ Zug wurden anschliessend interessante Erkenntnisse und Entwicklungspfade besprochen. «Der Laufbahncheck war ein willkommener Anstoss, mich mit meiner beruflichen Situation auseinanderzusetzen und einen bewussten Entscheid für die Zukunft – und in meinem Fall für den eingeschlagenen Weg bei V-ZUG – zu treffen» so Albert Sutter, Teamchef und Cheftechniker im Sektor Textilpflege, der seit 21 Jahren bei V-ZUG arbeitet. Damit umschreibt er die Ziele des Projekts treffend: Eine berufliche 180°-Wendung ist denkbar. Im Vordergrund aber steht die Sensibilisierung für den beruflichen Standort und mögliche Zweigstellen, damit unsere Mitarbeitenden ihren Weg bewusst beschreiten. Die abschliessende Evaluation der Universität Bern kam zu einem positiven Ergebnis. Nun wird das Projekt breiter ausgerollt und kommt ab 2021 für die individuelle Laufbahnplanung bei V-ZUG zum Einsatz.

Mobilität für die Mitarbeitenden und für die Umwelt
Mobilität ist eine der grössten Verursacherinnen umweltschädlicher Emissionen. Um unsere Mitarbeitenden für das Thema zu sensibilisieren, hat eine interne Projektgruppe ein zeitgemässes, flexibles Mobilitätskonzept ausgearbeitet. Durch finanzielle Anreize und ökologische Zusatzangebote animieren wir Mitarbeitende am Hauptsitz, ihr Mobilitätsverhalten zu überdenken. Unser Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr spätestens im Jahr 2022 auf unter 40 Prozent zu reduzieren.

Alle Mitarbeitenden ohne Firmenfahrzeug erhalten seit Juli 2020 einen Mobilitätsbeitrag. Doch wer länger als 25 Minuten von Tür zu Tür unterwegs ist und auf Auto und Motorrad verzichtet, profitiert von einem zusätzlichen Ökobonus – und zwar variabel je nach täglicher Entscheidung. «Früher habe ich das Auto genommen. Jetzt fahre ich bei jedem Wetter mit dem Velo, tue etwas für die Gesundheit und komme viel entspannter an», meint Fabian Langenegger, Leiter Electronic und Control Maintenance bei V-ZUG. Auch hybride Lösungen werden unterstützt: So ermöglicht die Zusammenarbeit mit Nextbikes, Fahrräder in der Stadt Zug und weiteren Städten in der Zentralschweiz gratis auszuleihen. Und durch die Partnerschaft mit Mobility nutzen Mitarbeitende unsere Poolfahrzeuge zu vergünstigten Konditionen auch privat. «Diese Flexibilität ist ein kritischer Erfolgsfaktor, der sonst oft für das Privatauto spricht», erläutert Christian Roth, Personalentwickler bei V-ZUG und Mitglied der Projektgruppe.

Die Einführung des Mobilitätskonzepts verlief reibungslos. Ob wir das angepeilte Ziel – auch ohne Home-Office-Empfehlung – erreichen, wird sich noch weisen. Unabhängig davon entwickeln wir das Regelwerk und Angebot im Sinne einer nachhaltigen Zukunft laufend weiter.

Im Leben balancieren
Zwischen Beruf, Familie und Freizeit gilt es, stets die Balance zu halten – physisch, mental, emotional, sozial und materiell. Weil unsere Mitarbeitende viel Zeit bei der Arbeit verbringen, können wir dazu beitragen, dass sie das Gleichgewicht nicht verlieren. Rund 76 Prozent stimmen zu, dass es ihnen gelingt, Berufs- und Privatleben zu vereinbaren, so das Ergebnis der letzten Life-Balance-Umfrage. Es hat sich gezeigt, dass Kinderbetreuung eine grosse Herausforderung für Eltern ist sowie, dass mehr Mitarbeitende als erwartet Angehörige betreuen und unterstützen. Und offenbar sind viele Angebote wie Sozialberatung, Familienservice oder auch flexible Arbeitsmodelle in der Belegschaft zu wenig bekannt. Um mehr Mitarbeitende zu erreichen und die «Lebensbalance» weiter zu verbessern, haben wir einen Flyer über die Arbeitgeberinnenleistungen von V-ZUG gestaltet und an alle Mitarbeitenden verteilt, die Informationen im Intranet prominenter aufbereitet und das Wichtigste in die internen Einführungstrainings von Mitarbeitenden und Führungskräften integriert. Wir ermöglichen ausserdem, dass Mitarbeitende in vergleichbaren Lebenssituationen voneinander lernen. So ist V-ZUG beispielsweise Mitglied bei [email protected], um firmeninternes Peer-Coaching unter jungen Eltern zu fördern. Fabian Britschgi, Leiter Gesundheitsmanagement bei V-ZUG, meint dazu: «Wo sinnvoll, bieten wir Hand. Doch wenn immer möglich, verfolgen wir sogenannte Empowerment-Strategien. Das heisst, wir bestärken Mitarbeitende darin, selbst Wege und Mittel für die persönliche Balance zu finden.»

Kennzahlen Mitarbeitende

Teilzeit: ein immer beliebteres Arbeitsmodell
85% der Mitarbeitenden arbeiten Vollzeit. Die Teilzeitquote ist im Jahr 2020 weiter angestiegen auf 15% (2019: 14%). Teilzeitarbeit ist oft ein Thema im Bewerbungsprozess und auch intern erhalten wir regelmässig Anfragen. Solchen Wünschen – die je nach Lebensumständen und -phasen ändern – kommt V-ZUG bestmöglich nach. Dies begünstigt auch einen gesunden Generationenmix: 18% unserer Mitarbeitenden sind unter 30 Jahre alt, 50% zwischen 30 und 50, und 32% über 50. Bewusst schöpfen wir die volle Bandbreite aus und investieren gezielt in die Aus- und Weiterbildung sowie die Arbeitsmarktfähigkeit der Mitarbeitenden.

Grafik: Mitarbeitende nach Pensum

Mehr Frauen in obersten Führungsstufen
Der Frauenanteil in den obersten Führungsstufen von V-ZUG ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Prozentangaben beziehen sich auf den gesamten Frauenanteil in Verwaltungsrat (VR), Geschäftsleitung (GL) und Kader 1. Damit liegt die V-ZUG über dem schweizweiten Durchschnitt (gemäss Schilling Report 2021, Topmanagement 18% Frauen).

Der Frauenanteil bei V-ZUG insgesamt (inkl. VR) lag in den letzten drei Jahren zwischen 20,5% und 22,0%. In den letzten zwei Jahren ist es uns gelungen, die Vertretung von Frauen in den Führungsstufen der Verteilung in der gesamten Belegschaft anzugleichen. Lag der Frauenanteil in Kaderpositionen – d. h. VR, GL sowie Fach-, Projekt-, und Führungskaderpositionen 1 bis 3 – im Jahr 2018 noch bei 17,1%, ist er bis Ende 2020 auf 20,3% gewachsen.

Nebst einem gesunden Geschlechtermix und ausgeglichener Verteilung über alle Stufen, ist es V-ZUG ein Anliegen, gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit zu leisten. Deshalb lassen wir die Lohngleichheit regelmässig extern prüfen. Das jeweils für vier Jahre gültige Zertifikat nach L&M-Aba-24® bestätigt die diskriminierungsfreie Entlöhnung der Mitarbeitenden. Die nächste Erneuerung ist im 2021 vorgesehen.

In Bezug auf die VR-Zahlen gilt es zu beachten, dass die V-ZUG Holding AG mit Eintragung vom 28. November 2019 im Handelsregister gegründet wurde. Die Vertretung der Geschlechter im Verwaltungsrat wird deshalb nur per Jahresende 2019 und 2020 abgebildet.

Grafik: Frauen in Führungsfunktionen

Fluktuationsrate leicht gesunken
2020 begrüssten wir bei V-ZUG 246 neue Mitarbeitende. In derselben Periode verliessen 194 Personen unser Unternehmen. Dies entspricht einer Fluktuationsrate (exklusiv Pensionierungen und Lernende) von 11,2% und einem Rückgang von 0,8% gegenüber 2019. Die nach wie vor leicht erhöhte Fluktuation im langfristigen Vergleich sehen wir im Zusammenhang mit dem laufenden Transformationsprozess. Dieser wirkt sich auf die Unternehmensorganisation, Prozessabläufe sowie Arbeitsgebiete und -inhalte aus.

Grafik: Fluktuationsrate

Berufsunfälle: eine seltene Ursache für Ausfälle
Im Berichtsjahr verzeichnet V-ZUG 75 Berufsunfälle. Sie generierten rund 7000 Ausfallstunden und machen damit – konstant im Vergleich zu 2019 – knapp 7% aller Ausfallstunden aus. Rund die Hälfte waren Bagatellunfälle (z. B. Prellungen, Schnittwunden o. Ä. mit einer Ausfallzeit von unter drei Tagen). Sie passieren am häufigsten in der Produktion und im Service – oftmals wegen Unachtsamkeit und Stress. Arbeitssicherheit bleibt deshalb einer unserer Qualitätsschwerpunkte. Wir setzen Massnahmen gezielt um und informieren und schulen unsere Mitarbeitenden, damit sie auf Gefahren am Arbeitsplatz sensibilisiert sind und ihre Eigenverantwortung besser wahrnehmen können.

Grafik: Ausfallstundenquote aufgrund von Berufsunfällen

Tiefere Ausfallquote dank weniger Freizeitunfällen
Die Ausfallstunden-Quote 2020 beträgt 3,5% und ist Vergleich zum Vorjahr um 0,2% gesunken. Dass die Zahl rückläufig ist, obwohl die Beschäftigung bei V-ZUG im gleichen Zeitraum gestiegen ist, liegt daran, dass die Ausfallstunden aufgrund von Nichtberufsunfällen ausserordentlich tief waren: 2020 machten Unfälle in der Freizeit 11% aus, 2018 und 2019 rund 15%. Die Entwicklung erklären wir uns mit der Einschränkung sportlicher Aktivitäten während der Covid-19-bedingten Lockdowns. Mit 83% sind Krankheiten die häufigste Ursache von Abwesenheiten. Ihr Anteil hat 2020 um 4,5% zugenommen. Der Anstieg relativiert sich jedoch, wenn wir berücksichtigen, dass die Beschäftigung bei V-ZUG gleichzeitig um rund 3% gestiegen ist.

Grafik: Ausfallquote nach Ursache

Einfluss auf SDG 8
Über die Art und Weise, wie wir das Arbeitsumfeld und die Arbeitsverhältnisse ausgestalten und wo wir Arbeitsplätze schaffen, beeinflussen wir SDG 8. Wir orientieren uns an hohen Standards im Personalmanagement und investieren in sichere und attraktive Arbeitsplätze sowie die Kompetenzen und Arbeitsmarktfähigkeit aller Mitarbeitenden. Damit wollen wir interessante Perspektiven für die Mitarbeitenden schaffen und insbesondere auch jungen Menschen hervorragende Lehrausbildungen und spannende Entwicklungspfade bieten. Wir fördern Diversität und Chancengleichheit, integrieren Menschen mit Behinderungen und leisten gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit.

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