Im Gespräch mit Barbara Hans, CMO | V-ZUG Österreich

Im Gespräch mit Barbara Hans, CMO

Person mit braunen Haaren vor dunklem Hintergrund

Barbara Hans ist Chief Marketing Officer und Mitglied der Geschäftsleitung seit 2026.

„In einer Welt, die sich rasant verändert, werden Qualität und Langlebigkeit zunehmend relevanter – für unsere Kund:innen und für kommende Generationen. Studien zeigen eindeutig, dass Menschen nach echten Erlebnissen suchen, die bleiben.

Barbara Hans, Sie haben einen faszinierenden Karriereweg. Sie bringen mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung in der Leitung von Marketing- und Transformationsprojekten für Luxus- und Konsummarken in Europa, Asien und den USA mit. Zuletzt waren Sie CMO bei A. Lange & Söhne. Was hat Sie persönlich an der Rolle bei V‑ZUG gereizt?

Ich liebe Marken, die auf einer authentischen Geschichte und außergewöhnlichen Produkten basieren. Das ist genau das, was mich von Anfang an an V-ZUG beeindruckt hat. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass V-ZUG es verdient, noch bekannter zu werden, damit mehr Menschen diese außergewöhnlichen Produkte in ihren Haushalten nutzen wollen und können. Die Idee, eine Brücke zu neuen Märkten und neuen Kund:innen zu bauen, begeistert mich wirklich. Was mich ebenfalls tief berührt, ist, wie V‑ZUG Nachhaltigkeit angeht – und welche Bedeutung sie im gesamten Unternehmen hat.

Welche persönlichen Werte oder Erfahrungen aus Ihrer internationalen Karriere möchten Sie in das V‑ZUG Marketing-Team einbringen?

Ich gehe jede neue Rolle mit viel Sorgfalt, Respekt und Offenheit an. Ich habe gelernt, dass gute Ideen von überall im Team kommen können – und genau diese Vielfalt möchte ich fördern. Gleichzeitig hat mir meine Erfahrung ein tiefes Verständnis dafür vermittelt, dass Märkte und Konsument:innen sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben, die wir gezielt ansprechen müssen. Das ist etwas, worauf ich mich noch enger zusammen mit dem Team konzentrieren möchte. Es ist ebenfalls wichtig, sich mit dem richtigen Maß an Pragmatismus an das Tempo der Welt anzupassen. Ich habe diese Fähigkeit insbesondere während meiner Zeit in China besonders geschärft – und sie hat mir seither viele Male geholfen.

V‑ZUG steht für Schweizer Qualität und Langlebigkeit. Was bedeuten diese Werte für das Marketing?

Diese Werte sind von großer Bedeutung und müssen in jedem Aspekt der Marke gelebt und spürbar sein. In einer Welt, die sich rasant verändert, werden Qualität und Langlebigkeit immer relevanter – für unsere Kund:innen und für zukünftige Generationen. Studien zeigen eindeutig, dass Menschen nach echten Erfahrungen suchen, die nachhaltig sind. Momente mit den Menschen, die am meisten zählen – Familie, Freund:innen, ihr persönliches Umfeld – haben einen besonders hohen Stellenwert. Gesundheit, Wellness und Langlebigkeit sind heute untrennbar miteinander verbunden – und die Geräte von V-ZUG, mit ihren hohen Standards, können dabei eine bedeutende Rolle spielen. Für das Marketing bedeutet dies: wie und wo wir mit Menschen sprechen, welche V-ZUG-Welt wir schaffen und wie wir sie sichtbar und greifbar machen. All dies basiert auf Qualität und Langlebigkeit. Es ist ebenso wichtig, den schweizerischen Charakter so zu vermitteln, dass er international verstanden und geschätzt wird. Weil die Werte von V-ZUG universell sind. Unsere Aufgabe ist es, diese Geschichte gemeinsam so zu erzählen, dass sie emotional bei Menschen überall Anklang findet.

Wo sehen Sie die größten globalen Chancen für die Marke V‑ZUG – und wie sollte das Marketing helfen, diese zu realisieren?

Bedeutende Chancen liegen dort, wo V-ZUG bereits eine starke Basis hat – und wo Qualität, Nachhaltigkeit und kontinuierliche Innovation zunehmend gefragt sind. Es geht nicht darum, überall gleichzeitig präsent zu sein, sondern darum, sich bewusst darauf zu konzentrieren, dort Wirkung zu erzielen, wo es wirklich zählt. China bleibt ein Schlüsselmarkt: Die städtische Mittelschicht in den wachsenden Städten sucht aktiv nach Produkten wie unseren. Gleichzeitig eröffnet die fortschreitende Digitalisierung neue Möglichkeiten. Durch KI verstehen wir unsere Kund:innen besser, erkennen Bedürfnisse und Trends früher und können auf eine weitaus persönlichere Weise kommunizieren. Ein weiterer zentraler Bereich ist der Aufbau langfristiger Beziehungen zu den Gruppen, die die Zukunft des Wohnens gestalten: Entwickler:innen, Bauunternehmen, Architekt:innen, Designer:innen und mehr. Sie entscheiden, ob V-ZUG Geräte von Anfang an Teil neuer Immobilien werden. Für das Marketing bedeutet dies, Vertrauen zu diesen Influencer:innen aufzubauen, Ökosysteme zu verbinden und den Wert von V‑ZUG über alle Touchpoints hinweg sichtbar zu machen.

Frau mit braunen Haaren und schwarzem Outfit vor Betonwand

Welche Chancen und Herausforderungen bringt der Einsatz von KI für das Marketing – sowohl für V-ZUG als auch für die gesamte Branche?

Es ist ein faszinierendes Thema. Die Chancen liegen eindeutig in einer effizienteren Kommunikation: Wir können Kampagnen schneller, kostengünstiger und optimierter gestalten, optimieren und testen. Zusätzliches Potenzial ergibt sich aus besserer Datenintelligenz, präziseren Zielgruppen und deutlich personalisierterem Kund:innenengagement. Dies erlaubt es uns, die Produktions- und Medienkosten zu senken – ein Budget, das sinnvoll anderswo investiert werden kann. Allerdings gibt es im Zusammenhang mit Qualität und Langlebigkeit auch Herausforderungen. KI darf die Identität oder Authentizität der Marke nicht verwässern. Genau hier sind klare Richtlinien notwendig, um sicherzustellen, dass Technologie unsere Werte stärkt und nicht verwischt.

Worin unterscheidet sich das Marketing auf V-ZUGs Heimatmarkt vom Marketing im Ausland?

In der Schweiz ist V-ZUG eine bekannte und geschätzte Marke. Für viele ist es einfach ein Teil ihres Zuhauses. Dennoch dürfen wir diesen Markt nicht vernachlässigen. Hier liegt der Fokus darauf, präsent zu bleiben – serviceorientiert, zugänglich und stets im Bewusstsein. In anderen Märkten müssen wir noch klarer kommunizieren, wofür V-ZUG und Premium Swiss Made stehen. Marketing spielt eine strategische, langfristige Rolle: Wir müssen die Marke und ihre Produkte sichtbar, auffindbar und erlebbar machen. Von Qualität und Design bis hin zu Innovation gibt es zahlreiche überzeugende Geschichten, die wir erzählen können – und ein Hauch von Schweizer Witz und Charme sollte immer dabei sein.

Wie denken Sie darüber, traditionelle Markenstorys mit der Notwendigkeit in Einklang zu bringen, digitale Kontaktpunkte wie Social Media, E-Commerce und datengetriebene Kampagnen zu stärken?

Meine Erfahrung – und die Forschung bestätigt dies – ist, dass Menschen sich am stärksten mit echten Menschen und echten Geschichten verbinden. Deshalb sollte die Marke an allen Kontaktpunkten ein einheitliches Bild vermitteln, das klar und unverkennbar Premium Swiss Made bleibt. Digitale Kanäle, soziale Medien und E-Commerce modernisieren unser Storytelling und ermöglichen echte Interaktion. Gleichzeitig muss die Erzählung unser Schweizer Erbe, die Handwerkskunst und die nachhaltige Produktqualität authentisch und mit einem zurückhaltenden Ton in den Mittelpunkt stellen. Es ist ebenso wichtig, Veranstaltungen und Plattformen zu schaffen, auf denen gemeinsame Erlebnisse möglich werden – Orte, an denen Gemeinschaft wachsen kann. Wichtig ist vor allem, dass sich diese Erlebnisse nie künstlich anfühlen, sondern natürlich und glaubwürdig.

Welche Fähigkeiten braucht ein starkes Marketingteam heute? Und wie möchten Sie diese als Führungskraft fördern?

Ein starkes Marketingteam benötigt heute eine Kombination aus strategischem Denken, kultureller Sensibilität und digitaler Kompetenz. Vor allem braucht es Menschen, die flexibel bleiben, schnell lernen, mutig experimentieren und offen miteinander umgehen. Für mich sind Flexibilität, Schnelligkeit, Menschlichkeit, Weltoffenheit und Respekt genauso essenziell wie ein tiefes Verständnis für die digitalen Entwicklungen, die unsere Arbeit ständig neu gestalten. Mut wird immer wichtiger: Mut, neue Wege zu gehen, unbekannte Formate auszuprobieren, Hypothesen mit Daten zu validieren – aber auch Mut, bewusst Dinge nicht zu tun, wenn sie nicht zur Marke oder Kultur passen. Ich fördere all dies durch einen offenen und kontinuierlichen Dialog. Ich ermutige das Team auch, regelmäßig aus ihrer eigenen Blase herauszutreten und externe Inspiration einzubringen. Strukturiertes Upskilling und gemeinsames Lernen sind ebenso zentral wie Klarheit darüber, was wirklich zählt. Klare Ziele sind daher von Anfang an unerlässlich.

„Die Chancen der KI liegen eindeutig in einer effizienteren Kommunikation: Wir können Kampagnen schneller, kostengünstiger designen, optimieren und testen.“ (...) Im Zusammenhang mit Qualität und Langlebigkeit gibt es jedoch auch Herausforderungen. KI darf die Identität oder Authentizität der Marke nicht verwässern.

Über Barbara Hans

Barbara Hans ist Chief Marketing Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von V-ZUG. Sie wurde in Bochum, Deutschland, geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abschluss eines Masterstudiums in Internationaler Politik und Moderner Chinesischer Literatur sammelte sie erste Berufserfahrungen bei Wolford, bevor sie 1999 mit Triumph nach China ging. Dort vertiefte sie ihre Leidenschaft für Kommunikation und leitete verschiedene internationale Automarken. Im Jahr 2011 wurde sie Teil des Führungsteams eines neuen Agenturmodells für Jaguar Land Rover. Ab 2020 war sie als COO Asien bei Serviceplan tätig, bevor sie die Rolle der CMO bei A. Lange & Söhne übernahm. Sie absolvierte außerdem das MIT-Sloan-Programm Making AI Work: Machine Intelligence for Business and Society sowie mehrere Führungsprogramme für Führungskräfte. Sie spricht fließend Deutsch, Englisch und Chinesisch und verbringt ihre Freizeit gerne in der Natur – sowohl zu Hause als auch auf Reisen.