Giorgio, Ihr Zuhause ist ein Loft im Lambrate-Viertel. Was für eine Nachbarschaft ist das, und warum haben Sie sich entschieden, hier zu leben? Was hat Sie ursprünglich zur Industriearchitektur hingezogen?
Ich mag authentische Quartiere, und als ich vor zwanzig Jahren das Haus kaufte, hatte Lambrate noch eine sehr ursprüngliche Seele. Mit einer glorreichen industriellen Vergangenheit hat es sich seither zu einem Wohngebiet entwickelt. Ich begeistere mich für Industriearchäologie und war auf der Suche nach einem Raum dieser Art, um ihn in ein Heimstudio zu verwandeln – etwas, das mir ermöglichte, ein offenes Raumkonzept zu schaffen, eine besondere Art zu leben, ohne Einschränkungen.
Als Interieur Fotograf, der sein eigenes Zuhause entworfen hat, glauben Sie, dass Ihr Beruf Ihre Entscheidungen beeinflusst hat? Haben die von Ihnen fotografierten Räume Teile Ihres Zuhauses inspiriert?
Ja! In den 2000er-Jahren habe ich oft Lofts fotografiert. Zwei hinterliessen bei mir einen besonders starken Eindruck: das Zuhause des renommierten Architekten Hami Rashid in New York. Es war ein Loft in SoHo, in dem viele Details in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben waren, wie der Holzboden. Und das Heimstudio des Designers Fabio Novembre in Mailand. Das war auch ein Loft, geschaffen in einem der grossen Lagerhäuser in der Via Mecenate. In beiden Fällen liebte ich die Idee, in einer offenen Umgebung zu leben, ohne Grenzen oder sichtbare Hindernisse.
Unter den verschiedenen Bereichen Ihres Lofts scheint die Küche eine zentrale Rolle zu spielen.
Die Küche und der Essbereich befinden sich direkt am Eingang des Hauses. Es ist das Modul, dem ich am meisten Platz gewidmet habe: Tatsächlich ist es sehr gross, grösser als das Wohnzimmer, und es ist der eindrucksvollste Teil des Hauses. Ich liebe es, Freund:innen einzuladen und gemeinsam zu kochen, weshalb ich so viel Platz der Küche gewidmet habe. Ich wollte eine sehr lange Arbeitsfläche und habe mich entschieden, keine Wandschränke zu installieren. Anstelle von Schränken und Pendelleuchten gibt es zwei Original-Bürodeckenlampen aus den Siebzigern. Die Küche ist der Bereich, den ich am meisten nutze; sie ist wirklich das Herz meines Alltags.
Als Gegenstück haben Sie einige Module von Progetto 1 von Monica Armani angepasst.
Ja! Es sind eigentlich Büroschränke, aber ich fand, dass sie sehr gut zum industriellen Charakter des Hauses passen. Es sind sehr technische, essenzielle, minimalistische Stücke - modern und funktional. Ich musste nichts ändern: Ich habe einfach zwei Module nebeneinander platziert und die Geräte integriert. Auch der Tisch ist ein Progetto-1-Element.















