Umwelt, Energie und Klima - Nachhaltigkeitsbericht 2020

Einführung Umwelt, Energie und Klima

Seit 2020 produzieren wir alle unsere Swiss Made Geräte CO2-neutral. Dafür reduzieren wir unsere Treibhausgasemissionen stetig. Dies indem wir Strom weitgehend aus erneuerbaren Quellen beziehen, in energieeffiziente Anlagen investieren und unsere Transportströme optimieren. Die verbleibenden Emissionen kompensieren wir seit 2020 in Zusammenarbeit mit der Ripa Gar Stiftung über das Aufforstungsprojekt V-Forest. Zudem haben wir eine Zielvereinbarung zur CO2-Reduktion mit dem Bund unterschrieben. Intern leisten für die von uns verursachten CO2-Emissionen freiwillig eine Abgabe von CHF 120 pro Tonne CO2. Diese Abgabe fliesst in einen Fonds, mit dem wir Projekte zugunsten der Nachhaltigkeit finanzieren.

Ökologische Infrastruktur für eine erfolgreiche Zukunft
Wir investieren in sozial, wirtschaftlich sowie ökologisch nachhaltige Standorte  und verfolgen bewusst eigene Prinzipien zur ökologischen Erstellung von Neubauten. Beispielhaft dafür ist unser neues Produktionsgebäude Zephyr, dessen Tragewerk aus Holz besteht. Oder der Neubau der V-ZUG Kühltechnik AG in Sulgen. Dieser hat eine Solaranlage auf dem Dach und eine eingebaute Wärmepumpe, die bis zu 80 Prozent des jährlichen Heizbedarfs CO2-neutral abdeckt. Zentral für unsere nachhaltige Infrastruktur ist der im Rahmen des Tech Cluster Zug (TCZ)  geplante Multi Energy Hub. Dieser wird das Areal und die angrenzende Nachbarschaft mit erneuerbarer Energie aus Photovoltaik, Grundwasser und Seewasser versorgen.

Emissionsarm transportieren
V-ZUG will auch die Emissionen senken, die über die von ihr verursachten Transportströme entstehen. Wir setzen dafür auf kurze Transportwege, indem wir hauptsächlich aus der Schweiz und dem umliegenden Europa beschaffen . Wir verbessern unsere Logistikprozesse und optimieren beispielsweise mit dem Milkrun-Ansatz  die Routenplanung unserer eigenen LKWs. Und wir verfolgen das Ziel, unsere Fahrzeugflotte schrittweise zu elektrifizieren. 

Unser Abfall: zu 80 Prozent rezyklierbar

Es gilt die Devise: Abfall minimieren und den Verbleibenden möglichst rezyklieren. Sortenreine Stanzabfälle in den Herstellungsprozessen werden automatisch dem Recycling zugeführt. Stoffe, die wir nicht wieder dem Kreislauf zuführen können, entsorgen wir fachgerecht. Inklusive zurückgenommener Geräte führen wir rund 80 Prozent in Recycling-Prozesse zurück. Die Prozesse rund um das Abfallmanagement optimieren wir stetig. 

 



«V-ZUG macht nicht ‘business as usual’. Die hohen Ansprüche an ökologisches Bauen prägen unsere Arbeit in der Arealentwicklung des künftigen Tech Cluster. Selbständiges Denken wird grossgeschrieben, und Neues gewagt. Dass wir neuartige, nachhaltige Lösungen verfolgen und ausprobieren, ist eine einzigartige Motivation und Bereicherung.»

Julia Häcki, Projektleiterin Tech Cluster Zug AG

 

Stories Umwelt, Energie und Klima

CO2-neutral mit V-Forest
Wir verbessern uns kontinuierlich, doch schaffen es noch nicht, CO2-Emissionen gänzlich zu vermeiden. Um trotzdem bereits heute klimaneutral zu sein, kompensieren wir seit 2020 unsere direkten Emissionen vollständig und indirekten Emissionen teilweise (siehe weiter oben) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ripa Gar. Und zwar mit unserem eigenen Wald, dem «V-Forest». V-ZUG hat sich dafür entschieden, weil Aufforstung bis heute eine der effizientesten Methoden ist, um der Atmosphäre CO2 zu entziehen und langfristig zu binden. Unabhängig davon, wo die Emissionen entstehen. Der V-Forest wächst im schottischen Glen Lochay, Perthshire und macht Klimaschutz erlebbar und fassbar. Doch weshalb ein Projekt knapp 1800 km nordwestlich von Zug? «Natürlich hätten wir die Bäume gerne in der Schweiz pflanzen lassen, doch bei Projekten dieser Grösse zählt nicht nur die geografische Nähe» erklärt Marcel Niederberger, Leiter Nachhaltigkeit bei V-ZUG. Schottland verfügt über die benötigte Fläche, gute Institutionen und spezifisches Know-how. Denn der Handlungsbedarf ist gross: 80 Prozent des Landes war einmal unterhalb von 600 Metern komplett bewaldet. Industrialisierung und intensive Agrarwirtschaft liessen diesen Anteil jedoch zwischenzeitlich auf 5 Prozent schrumpfen. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Das Gebiet in den Highlands liegt in einer feuchten, kühlen Region. Der Planungshorizont erreicht dadurch 80 bis 100 Jahre, selbst unter Berücksichtigung des Klimawandels. Am Projekt der Ripa Gar Stiftung gefällt uns aber besonders, dass der ursprüngliche, wilde Zustand des Tals wiederhergestellt werden soll. Im schottischen Mischwald kann einheimische Flora und Fauna gedeihen, und die Natur ihr Gleichgewicht finden.

Bauen, aber nachhaltig
Beim fussballfeldgrossen Zephyr Hangar setzen wir auf einen alten Industrieklassiker: das gezackte Sheddach. Ansonsten erinnert wenig an eine klassische Produktionshalle. Die abgeschrägten Dachflächen lassen nicht nur natürlichen Lichteinfall zu, sondern bieten auch Platz für unsere bisher grösste Photovoltaikanlage. Doch was stützt das Dach? «Hauptsächlich Fichten- und Tannenholz aus der Region», erklärt Julia Häcki, Projektleiterin Tech Cluster Zug AG. Mit Holz als Hauptbaumaterial für das zweite Obergeschoss fallen im Vergleich zu einem Stahlbau etwa zwei Drittel weniger Treibhausgasemissionen an. Die Herstellung ist zum einen weniger CO2-intensiv, zum anderen wird Kohlenstoff durch die Holzbauweise langfristig gebunden. Ein weiterer Vorteil von Holzgebäuden ist, dass sie leichter sind und dadurch weniger starke Fundamente aus Beton benötigen. Obwohl Beton eine schlechtere CO2-Bilanz hat, verzichten wir nicht kategorisch darauf, sondern verwenden ihn dort, wo er uns Vorteile bringt. «Uns ist es wichtig, nachhaltige und innovative Lösungen zu finden. Dabei orientieren wir uns nicht an gängigen Standards, sondern schauen uns die konkreten Möglichkeiten vor Ort an und setzen auf Leuchtturm-Projekte» ergänzt Julia Häcki. Die Zusammenarbeit mit dem ETH-Spin-off Neustark beispielsweise verdeutlicht unsere Herangehensweise. Anstatt Kies und Sand verwenden wir Recycling-Granulat aus dem Gebäuderückbau für die Betonherstellung. Dieses Granulat wird zusätzlich mit CO2 behandelt. Dadurch ist es weniger porös und reduziert den Bedarf an Bindemittel aus Zement. Und weil das Granulat CO2 permanent bindet, wird es zu einem Speicher für das klimaschädliche Gas, welches sonst in die Atmosphäre entweichen würde. 

Wärme, wenn man sie braucht
Die Herstellung unserer Geräte benötigt nicht nur Energie sondern erzeugt auch Abwärme. Um so energieeffizient und emissionsfrei wie möglich zu produzieren, setzen wir mit unserem Multi Energy Hub (MEH) (siehe weiter oben) zukünftig auf lokal vorhandene, erneuerbare Energie. «Wir haben uns bei diesen hohen Investitionen bewusst für eine nachhaltige Lösung entschieden» erklärt Carina Heuberger, Koordinatorin Lean & Operations Development. Wir wollen künftig die Abwärme unserer Produktionsprozesse in das Versorgungssystem einbinden. Im Sommer speichern wir die Prozesswärme im Grundwasser und entziehen sie wieder, beispielsweise zum Heizen im Winter. «Um das Ökosystem nicht zu stören, dürfen wir das Grundwasser nicht beliebig stark erwärmen» ergänzt Carina Heuberger und verweist auf die Gewässerschutzverordnung des Bundes. Zwei 140 Meter tiefe Grundwasserbrunnen sind erstellt. Zudem werden Fernwärme und -kälte aus dem Circulago Seewasseranschluss zur Verfügung stehen. Wir planen jedoch nicht, alle Produktionsprozesse in das Abwärmenetz des MEH zu integrieren. Denn der Leitungsbau für Maschinen, welche nur unregelmässig zum Einsatz kommen, lohnt sich nicht. Und teilweise liegt die Lösung viel näher: Wärme ist Energie, die schnell verloren geht. Je näher – sowohl räumlich als auch zeitlich – wir sie nutzen, desto besser. Die neue Oberflächentechnik wird 2021 in Betrieb genommen. Die Abwärme vom Emaillieren können wir dann direkt in den vorgeschalteten Anlagen wiederverwenden, ohne die Energie zwischenzeitlich an den MEH zu übergeben. 

Kennzahlen Umwelt, Energie und Klima

Absoluter Energieverbrauch konstant
2020 lag der absolute Energieverbrauch von V-ZUG bei 113,2 Terajoule. Darin enthalten sind Elektrizität (43,1%), Erdgas (28,8%), Heizöl (6,3%) sowie Diesel (21,7%) und Benzin (0,03%) unserer Fahrzeugflotte. Im Vergleich zu 2019 hat sich der Energieverbrauch kaum verändert (- 0,3%). Dank weniger Servicefahrten, einer besseren Fahrzeugtechnik und optimierter Routenplanung ist der Treibstoffverbrauch gesunken. Hingegen verbrauchten wir 2019 und 2020 mehr Erdgas, weil wir zugunsten der Qualität in der Oberflächentechnik die Temperatur des Emaillierofens um 20°C erhöhen mussten.

Grafik: Energieverbrauch bei V-ZUG nach Energiequelle (in Terajoule)

Reduzierte CO2-Emissionen
Die ausgewiesenen direkten und indirekten CO2-Emissionen von V-ZUG beliefen sich 2020 auf rund 4500 Tonnen CO2. Grund für die Reduktion um 4,0% gegenüber 2019 ist, dass wir weniger Diesel verbrauchten, und V-ZUG Mitarbeitende aufgrund von Corona selten mit dem Flugzeug reisten. Damit sind die CO2-Emissionen auf dem Niveau von 2018, obwohl wir zugunsten der Qualität in der Oberflächentechnik die Temperatur des Emaillierofens um 20°C erhöhen mussten und dadurch der Erdgasverbrauch anstieg.

Grafik: CO2-Emissionen (in Tonnen CO2)
Standortbezogene, direkte Emissionen (Scope 1) durch den Verbrauch von Diesel, Erdgas, Heizöl und Benzin (minimaler Anteil), sowie indirekte Emissionen aufgrund von Strom (Scope 2) und Flugreisen (Scope 3).

Einfluss auf SDGs 7, 9, 12, 13

Klimawandel, Umweltbelastung und der Verlust an Biodiversität sind globale Probleme, die uns alle betreffen. Für den Tech Cluster Zug stellt V-ZUG die Produktion sprichwörtlich auf den Kopf und reduziert den Bodenbedarf. Unter Einbezug ökologischer Baulösungen entstehen innovative, nachhaltige Werkplätze. Mit Pionierprojekten wie dem Multi Energy Hub wollen wir starke Zeichen und Impulse setzen. In Zug wie in Sulgen nutzen wir immer mehr erneuerbare Energie. Gleichzeitig optimieren wir unsere Prozesse und Maschinen, um V-ZUG Geräte energie- und ressourceneffizient herzustellen. Eine interne CO2-Abgabe setzt hierbei gezielt Anreize. Verbleibende CO2-Emissionen kompensieren wir. Die Kompensationsbeiträge unterstützen die Aufforstung in einem eigenen Waldprojekt, dem V-Forest. Der wachsende Wald entzieht der Atmosphäre CO2 und speichert dieses langfristig. Gleichzeitig hilft er, die Biodiversität in einer von Abholzung stark betroffenen Region wiederherzustellen und langfristig zu stärken.

Downloads