Kunstobjekte können Verbindungen durch Zeit und Raum schaffen. Das zeigt sich eindrücklich in der privaten Sammlung des Schweizer Designers David Glättli, der als Art Director und Consultant für viele japanische Hersteller tätig ist. Mit einem Fokus auf Alltagsgegenstände, sowohl altertümliche als auch zeitgenössische, Designer- oder Trouvé-Objekte, stellt seine Sammlung eine raffinierte Verknüpfung zwischen der Schweiz und Japan her. Sie verbindet zwei Kulturen, die geografisch weit entfernt, aber einander in ihrem ästhetischen Empfinden und ihrem Streben nach Qualität sehr nahe sind.

Schale, Künstler*in unbekannt 20. Jahrhundert, glasierte Keramik
Obwohl David Glättli dieses Objekt in einer Fliesenfabrik in Gifu (Japan) gefunden hat, ist es keine Fliese. Möglicherweise ist es ein Produktionsfehler oder – was wahrscheinlicher ist – ein abgebrochenes Experiment von Fabrikmitarbeitenden.

Unfertige Urushi-Schale, Künstler*in unbekannt 20. Jahrhundert, gedrechseltes Holz
Urushi bezeichnet sowohl den natürlichen Lack der traditionellen Schalen als auch die Technik des Auftragens. Diese unfertige Urushi-Schale aus Massivholz, die in Uwajima gefunden wurde, zeigt die Spuren der Drechselarbeit und offenbart den meisterhaften Herstellungsprozess.

Vase, Künstler*in unbekannt 18. Jahrhundert, Urushi-Lack
Diese Vase wurde in einem Antiquitätengeschäft in Nagano gekauft, der Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur in den Bergen Japans. Gleichzeitig sieht sie aus, als wäre sie von der Memphis-Design-Gruppe entworfen worden, dem italienischen postmodernen Kollektiv, das in den 1980er-Jahren von Ettore Sottsass gegründet wurde.

Henkeltasse, Künstler*in unbekannt, aus Gifu ca. 2013, handbemaltes Porzellan
David Glättli erwarb diese Tasse am Tajimi-Keramikfestival. Während dieser wichtigen Veranstaltung im Frühling stellen Keramikläden sowie einzelne Künstlerinnen und Künstler ihre Kreationen in den Strassen von Gifu aus. Mit ihren kräftigen Farben und ihrer besonderen Form unterscheidet sich diese Tasse stark von traditionellen japanischen Keramikwaren.

Korb, Shigeki Fujishiro (JP) 2020, Papierstreifen
Einer der roten geknoteten Körbe von Shigeki Fujishiro, einem japanischer Designer aus Miyato, Nagano. Dieses aus Abfallprodukten hergestellte Objekt ist Teil der ständigen Auseinandersetzung des zeitgenössischen Designers mit Nachhaltigkeit und Wiederverwendung.

Kugel, Max Lamb (UK) 2019, Keramikfliesen
Diese Kugel ist Teil der Kollektion «Working Tile», einer Reihe modularer, dreidimensionaler Fliesen des Designers Max Lamb für Tajimi Custom Tiles. Durch die Verwendung der typisch japanischen Tonerde gelingt es ihm, zahlreiche unterschiedliche Formen zu schaffen, von kleinen Objekten wie Kugeln und Vasen bis hin zu Bänken, Sofas und sogar Trennwänden.

Blumenvase, Millimeter Milligram (KR) 2016, geblasenes Glas
Eine zeitgenössische Interpretation einer traditionellen Handwerkskunst. Durch ihre geometrische Form, die bei der Glasbläserei sehr schwer zu erzeugen ist, und ihre tiefschwarze Farbe wirkt diese Blumenvase des koreanischen Design-Labels Millimeter Milligram gleichzeitig kühn und mysteriös.






