Kreislauffähige Produkte und Service - Nachhaltigkeitsbericht 2020

Einführung Kreislauffähige Produkte und Service

Die Verantwortung für unsere Produkte endet nicht mit der Auslieferung. Im Gegenteil: Die gesamte Lebensdauer steht im Fokus unserer kontinuierlichen Bestrebung, innovativere, nachhaltigere und zukunftsfähige Lösungen zu schaffen. Dabei setzen wir einerseits auf langlebige, nachrüstbare Produkte; andererseits auf kreislauffähige Geräte. 

Den Kreis schliessen
Wir wollen die verwendeten Materialien so lange wie möglich im Kreislauf halten. Unser Fokus liegt dabei auf dem Recycling. Das heisst: Wir rezyklieren die verwendeten Materialen wie Stahl und Aluminium. Dies unter anderem mit dem Ziel, das rezyklierte Material in neuen Produkten wiederzuverwenden. Zudem sehen wir im Handel mit gebrauchten Geräten, die noch voll funktionsfähig sind, grosses Potenzial. Dieses möchten wir in den kommenden Jahren zunehmend nutzen. Denn Kreislaufwirtschaft bedeutet auch, unsere Geschäftsmodelle kritisch zu überdenken. Mit Konzepten wie der Sharing Economy hinterfragen wir, wie wir Kundinnen und Kunden unsere Leistungen zur Verfügung stellen und langfristig den besten Service bieten können.

Qualitätsprodukte für mehr Nachhaltigkeit zuhause
Der Energie- und Wasserverbrauch ist beim Gebrauch unserer Geräte wesentlich grösser als bei deren Produktion. Diesen Hebel für eine nachhaltige Zukunft nutzen wir, indem wir ressourcenschonende Geräte fertigen. Unsere Endkundinnen und -kunden regen wir zum Beispiel mit EcoManagement an, ihre Geräte umweltschonend zu nutzen. Viele unserer Geräte sind WLAN-fähig. Dies bietet zahlreiche Chancen für innovative Dienstleistungen. Mit einer Gamification-App sollen Kundinnen und Kunden künftig ihre Ergebnisse untereinander vergleichen und darum wetteifern können, wer es schafft, am wenigsten Strom und Wasser zu verbrauchen. 

Gesteigerte Energieeffizienz fordert neue Labels
Nach 25 Jahren mit den vertrauten Energie-Labels für Haushaltsgeräte übernimmt die Schweiz ab März 2021 eine neue und verschärfte EU-Verordnung für die Energieverbrauchskennzeichnung. Mit der Re-skalierung steigen die Anforderungen an die Sparsamkeit, und es gibt wieder Luft nach oben. Unsere Spitzengeräte mit integrierter Wärmepumpe erreichen auch auf der neuen Skala die Klasse A. So tragen unsere Kundinnen und Kunden zum Umweltschutz bei, unabhängig davon, für welches Programm sie sich entscheiden. 



«Unsere Ressourcen sind endlich. Gemeinsam mit V-ZUG suchen wir nach umweltschonenden Lösungen und überlegen, wie die kreislauffähige Waschmaschine der Zukunft aussieht. Diese kollegiale und spannende Zusammenarbeit mit einer pionierfähigen Partnerin ist ein Gewinn für unser Unternehmen und mich persönlich.»

Adrian Scheiber, Geschäftsführer, Immark AG Schattdorf

 

Stories Kreislauffähige Produkte und Service

Grössere Auswahl mit weniger Teilen
Nach sechs Jahren Entwicklung beruht unsere im März 2021 lancierte Excellence Linie ebenfalls auf dem komplett neu konzipierten Basisbaukasten, wie auch bereits die im 2020 auf den Markt gebrachte Advanced Linie. Backöfen und Steamer mögen sich in ihrer Funktion unterscheiden, doch heute gibt es bei den verwendeten Bauteilen eine Übereinstimmung von bis zu 90 Prozent. «Dem war nicht immer so», erinnert sich Roy Keller, Gesamtprojektleiter Excellence Linie. «Wenn wir jeweils eines unserer Modelle weiterentwickelt hatten, mussten wir für jedes andere Modell neue Teile konzipieren um von derselben Innovation Gebrauch zu machen.» Für die Kundinnen und Kunden war dies nicht erkennbar, denn erst wenn man sich das Innenleben der thermischen Geräte anschaute, bemerkte man die grossen Unterschiede im Aufbau. Damit ist nun Schluss. Dank der sogenannten Plattformtechnologie sparen wir knapp 400 Teile ein und können gleichzeitig besser auf die Präferenzen unserer Kundinnen und Kunden eingehen – ganz nach der Devise: Nach aussen Varianz schaffen, nach innen uniform bleiben. «Unsere Produktionsabläufe wurden viel effizienter», fügt Roy Keller stolz an, «durch die Vereinheitlichung der Fertigungsschritte arbeiten wir mit weniger Montagebändern und sind schneller in der Entwicklung». Nicht nur im Produktionsablauf konnten wir so die Effizienz erhöhen, sondern auch entlang der ganzen vorgelagerten Wertschöpfungskette: Durch weniger Teile verkleinern wir die Anzahl unserer Lieferanten, reduzieren unsere Transportfahrten und benötigen weniger Lagerfläche. Der technische Neustart gab uns auch die Möglichkeit, verwendete Materialien zu hinterfragen und gewisse schädliche Zusatzstoffe zu verbannen. Solch eine Umstellung bedingt, dass Entwicklung, Fertigung, Montage und Service eng zusammenarbeiten. Hierbei kam uns die physische Nähe am Werkplatz Zug zugute. Zukünftig könnte das Baukastensystem noch mehr Produktkategorien beinhalten.

Am Ende des Lebenszyklus
«Noch nie zuvor hat eine Kundin dies verlangt», staunt Adrian Scheiber, Geschäftsführer der Immark AG Schattdorf noch ein paar Monate später. Im Herbst 2020 kam V-ZUG mit dem Wunsch auf ihn zu, genauer herauszufinden, wie die Recyclingquote ihrer Adora-Waschmaschinen aussieht. «Dazu haben wir 10 Tonnen Adoras in einem separaten Batch rezykliert und versucht Optimierungsmöglichkeiten zu finden» erklärt er. Dass die Maschinen zu über 90 Prozent rezyklierbar sind, freut Marcel Niederberger, Leiter Nachhaltigkeit bei V-ZUG. «Viel spannender war es aber zu sehen, dass wir insbesondere beim Einsatz des Material-Mix’ einen grossen Hebel für eine bessere Kreislaufähigkeit unserer Produkte haben.» Neben Stahl, Aluminium und Kupfer sind in den Geräten verschiedene Arten von Kunststoff verbaut. Indem wir die Vielzahl der Kunststoffarten minimieren und Kunststoffe nur dort einsetzen wo nötig, können wir unsere Recyclingquote steigern. Weiteres Potenzial steckt darin, dass Motoren, Kondensatoren, Kabel und Leiterplatinen als ganze Teile entnommen werden können. Die Mitarbeitenden der Immark AG Schattdorf entfernen diese Komponenten, bevor der Querstromzerspaner – ein grosser Kessel mit rotierenden Schiffsketten am unteren Ende – die Waschmaschine maschinell zerkleinert. Hierbei könnten in Zukunft Explosionszeichnungen der Adora-Maschinen helfen, um die begehrten Teile schnell zu finden. Solche Überlegungen gingen aus den gemeinsamen Workshops zwischen den Recyclingprofis und dem Entwicklungsteam von V-ZUG hervor. Gemeinsam wollen wir weitere Chancen identifizieren, um die maximal rezyklierbaren Haushalsgeräte von morgen zu entwickeln.

Beste Qualität mieten statt besitzen
Das Zeitalter der Digitalisierung und Sharing Economy veranlasst uns, bestehende Geschäftsmodelle zu hinterfragen. Diese Trends weisen weg von «Besitz» hinzu «Nutzung» - flexibel, individuell und lückenlos. Im Berichtsjahr haben wir mit dem Marktversuch «Clean & Simple» im B2B-Geschäft darauf reagiert: Anstatt Haushaltsgeräte zu kaufen, schliesst die Kundin oder der Kunde einen Nutzmietvertrag mit V-ZUG ab. Nebst Inbetriebnahme und Installation sind auch Servicedienstleistungen sowie der Ersatz defekter Geräte gedeckt – ob Waschmaschine oder Trockner, die Geräte bleiben in Besitz von V-ZUG. In Folge können wir deren Mehrwert entlang des ganzen Lebenszyklus maximieren sowie die Lebensdauer verlängern, indem wir eine lückenlose Wartung garantieren und die Geräte bei Bedarf upgraden. Insbesondere aber erlaubt uns dieses Modell, den Kreis zu schliessen. Bereits heute sind saubere Entsorgung und Recycling über unseren Entsorgungspartner sowie das Schweizer Entsorgungsnetzwerk sichergestellt. Wir versprechen uns jedoch einen höheren Wiederverwendungsgrad, wenn V-ZUG den Prozess kontrolliert und Erkenntnisse daraus in die Entwicklungsprozesse einfliessen. Und da V-ZUG den Kundinnen und Kunden das Gerät abnimmt, wenn dieses nicht mehr benötigt oder ein anderes Produkt gewünscht wird, können wir einer frühzeitigen Entsorgung vorbeugen. Im Jahr 2021 setzen wir den Versuch fort und werden anhand der gewonnenen Erkenntnisse und Kundenrückmeldungen darüber entscheiden, in welcher Form und für welche Produkte wir damit fortfahren. 

Kennzahlen Kreislauffähige Produkte und Service

Geräte von V-ZUG sind energieeffizient
Der Anteil ausgelieferter Geräte von V-ZUG, welche mit der europäischen Energieklasse A oder höher ausgeliefert werden, hat sich über die Jahre bei rund 97 % eingependelt. Mit der Einführung der neuen Geschirrspüler konnte 2020 der Anteil der A+++ Geräte markant gesteigert werden.

Zudem gibt es Gerätekategorien, welche keine Energieklassifizierung haben. Bei V-ZUG sind das die Kategorien Kochfelder, Wärmeschubladen und Mikrowellengeräte. Dieser Anteil beträgt konstant ca. 18 % der insgesamt ausgelieferten Geräte.

Grafik: Ausgelieferte Geräte mit Label nach Energieklassen 

Störungsursachen gehen wir auf den Grund
Die Störungsrate ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 % angestiegen. Im Vergleich zum Basisjahr 2015/2016 ist die Rate insgesamt um 11,5 % gesunken. Der Anstieg gegenüber 2019 ist auf Störungen bei verbauten Elektronikkomponenten sowie Problemen mit den Bottichen von Geschirrspülern zurückzuführen. Treten derartige Häufungen auf, gehen wir den Ursachen auf den Grund und leiten schnellstmöglich Massnahmen ein. Wir investieren kontinuierlich in die Qualität unserer Produkte und Herstellungsprozesse.

Grafik: Störungsrate Schweiz (indexiert auf den Stand 2015/2016)

Reaktionszeit angestiegen – Ersterledigungsrate gesteigert
Tritt eine Gerätestörung ein, möchten wir schnell vor Ort sein und das Problem möglichst beim ersten Besuch lösen. Für unseren Service und Support sind deshalb die Reaktionsgeschwindigkeit und die erfolgreiche Reparatur bei der ersten Sichtung zentrale Kennzahlen. 

Die Ersterledigungsrate hat sich weiterhin erfreulich entwickelt und erreichte 2020 einen neuen Höchstwert von 91.4 %; dies als das Resultat konsequenter Schulung und Optimierung der einzelnen Prozess-Schritte.

Seit 2018 ist die durchschnittliche Reaktionszeit gestiegen. Grund dafür war die SAP-Umstellung in den Jahren 2018 bis 2019. Die dabei teilweise entstandenen Systemprobleme konnten in der Zwischenzeit behoben und stabilisiert werden. 

Die Pandemie und die damit einhergehenden Massnahmen zum Schutz von Mitarbeitenden und Kunden waren insbesondere bei der Ausführung von Servicearbeiten anspruchsvoll. Aufgrund Schutzmassnahmen wir präventive Quarantäne oder dem Schutz besonders gefährdeter Personen fehlten immer wieder personelle Kapazitäten. Dies resultierte in Reaktionszeiten über dem langjährigen Schnitt. 

Erfreulicherweise waren die Resultate direkter Kundenzufriedenheitsbefragungen dennoch positiv. Demnach waren mehr als 95 % der Kunden entweder begeistert oder sehr zufrieden.

Grafik: Durchschnittliche Reaktionszeit in Tagen (Schweiz)

Grafik: Ersterledigungsrate in % (Schweiz)

Einfluss auf SDGs 7, 9, 12 und 13
V-ZUG bietet Konsumentinnen und Konsumenten langlebige, ressourcenschonende Geräte für ein modernes Zuhause. Nutzerinnen und Nutzer sensibilisieren wir mit spezifischen Funktionen für den Umweltschutz und machen ökologisches Haushalten einfach. Aktuell fokussieren wir uns stark auf die Kreislauffähigkeit unserer Produkte. Unser Ziel ist es, Produkte aus Materialien und Komponenten zu fertigen, die aufgewertet, repariert, wiederverwendet, umgebaut oder materiell verwertet werden können. Dadurch bleiben unsere hochwertigen Geräte längerfristig im Kreislauf und schaffen nachhaltig Mehrwert. Solch zirkuläre Ansätze sind notwendig, um unser Wirtschaftssystem ressourceneffizienter auszugestalten und Wohlstand von Umweltbelastung zu entkoppeln. Hier kann und will V-ZUG mitdenken und vorausgehen.

Downloads