Die 1946 gegründete Dr. Stephan à Porta Stiftung verwaltet rund 1’450 Wohnungen in 160 Liegenschaften in der Stadt Zürich. Die Stiftung setzt sich dafür ein, bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen und gleichzeitig soziale und gemeinnützige Initiativen in Zürich und Graubünden zu unterstützen. Einzigartig ist, dass es nie eine Immobilie verkauft hat, sodass jede Investitionsentscheidung von langfristiger Verantwortung statt von kurzfristigen Renditen geleitet wird.
Armin Isler, ehemaliger Geschäftsführer der à Porta Stiftung, spricht über werteorientiertes Wohnen, einen Ersatzneubau im Zürcher Hardquartier und darüber, warum manche Entscheidungen eigentlich gar keine Entscheidungen sind.
Armin Isler, die à Porta Foundation besteht seit 1946. Was steht im Zentrum ihrer Mission?
Die Mission ist in der Stiftungsurkunde festgelegt und lässt keinen Interpretationsspielraum: Wir erhalten und verwalten gemeinnützige, sozial ausgerichtete Liegenschaften langfristig, und es ist uns nicht erlaubt, sie zu verkaufen. Wenn Sie nie verkaufen, tragen Sie die Konsequenzen jeder Entscheidung selbst, über Jahrzehnte hinweg, manchmal über Generationen. Das verändert, wie Sie bauen, mit wem Sie zusammenarbeiten, was Sie akzeptieren und was Sie nicht akzeptieren. Zürich ist der Ort, an dem wir unsere Wirkung entfalten, und wir fühlen uns dieser Stadt gegenüber verantwortlich – nicht auf dem Papier, sondern in der täglichen Praxis. Die Stiftung verwendet ihren Reingewinn ausschliesslich zur Unterstützung von gemeinnützigen und sozialen Projekten in der Stadt Zürich und im Kanton Graubünden. Seit 1946 hat sie fast 80 Millionen CHF (indexbereinigt) beigetragen und mehr als 3’000 Projekte für benachteiligte Menschen unterstützt.
Welche Werte sind für die Stiftung am wichtigsten, insbesondere wenn es um den Bau geht?
Meine drei wichtigsten Grundsätze sind immer dieselben: nachhaltig, robust und wartungsarm. Wer diese ernst nimmt, muss anders rechnen als die meisten Menschen. Die Erstellung eines Gebäudes macht nur rund 20% der Gesamtkosten aus; die restlichen 80% sind Lebenszykluskosten. Wir bauen nicht wirtschaftlich, weil wir klug sind – wir tun es, weil wir keine Wahl haben. Wir koennen nicht verkaufen und weitermachen. Wir bleiben.
Wie beeinflusst das Ihre Materialwahl?
Für das Projekt Eglistrasse verglich der Architekt Martin Schwager von Ken Architekten verschiedene Fassadensysteme über einen Zeitraum von 100 Jahren: eine verputzte Wärmedämmfassade gegenüber zweischaligem Mauerwerk aus Kalksandstein. Das Ergebnis war klar. Wir haben Fassaden betrachtet, die 60, 80, fast 100 Jahre alt waren und immer noch gut funktionierten. Eine isolierte Verputzfassade hingegen muss schliesslich zusammen mit allen dazugehörigen Anschlüssen, Fenstern und Beschlägen vollständig ersetzt werden. Das sind erhebliche Folgekosten. Im Inneren zeichnet sich die Gestaltung durch Natursteinböden in Jura Yellow, Sichtbetondecken und Innnenwände aus Kalziumsilikat aus: langlebig, pflegeleicht und konsequent.
Wie ist das Projekt Eglistrasse entstanden?
Im Quartier Hard besitzt die Stiftung mehrere Liegenschaften aus den 1930er-Jahren mit mehr als 500 ähnlichen Wohnungen. Im Rahmen einer langfristigen Erneuerungsstrategie wurden die meisten dieser Gebäude in den letzten Jahren renoviert. Eglistrasse, die letzte Phase, war ursprünglich ebenfalls für eine Sanierung vorgesehen. Untersuchungen zeigten jedoch, dass dies umfangreiche Eingriffe erfordert hätte, nicht zuletzt wegen der hohen Lärmbelastung durch die stark befahrene Hohlstrasse. Die Stiftung entschied daher 2017, die bestehende Entwicklung zu ersetzen.
Was wurde letztendlich gebaut?
Die Planung begann im August 2014 und der Bau startete im Sommer 2020. Die neue Überbauung war im Februar 2023 bezugsbereit. Sie umfasst vier Gebäude mit 148 Mietwohnungen, bietet 20 % mehr Wohnraum als zuvor und ermöglicht rund hundert weiteren Menschen, von bezahlbarem Wohnraum zu profitieren. Dazu gehört auch das Lighthouse-Zentrum für Palliativpflege mit 42 Patientenzimmern, einem Kindergarten und einer Wohngemeinschaft für Studierende der Zürcher Hochschule der Künste. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf rund CHF 77 Millionen. Was mich am meisten freut, ist zu sehen, wie Kinder in den Innenhöfen spielen, während sich dort auch Lighthouse-Patient:innen aufhalten. Dieser Treffpunkt zwischen dem Anfang und dem Ende des Lebens war für uns sehr wichtig.
Wie ist es zu Ihrer Zusammenarbeit mit V-ZUG gekommen?
Ehrlich gesagt war das für mich eigentlich nie wirklich eine Frage. Von Anfang an war klar, dass es V-ZUG sein würde. Nicht wegen eines langwierigen Bewertungsprozesses, sondern aus Überzeugung.
Was steckte hinter dieser Überzeugung?
Erstens produziert V-ZUG überwiegend in der Schweiz, was perfekt mit unseren Werten und unserer Mission übereinstimmt. Zweitens: Langlebigkeit. Wir erwarten, dass Küchen etwa 50 Jahre halten. Das ist kein Ziel, das Sie mit irgendeinem Gerät erreichen. Drittens, und das hat meine Sicht wirklich bekräftigt, ist V-ZUG bestrebt, Geräte in die Kreislaufwirtschaft zurückzuführen, sei es als komplette Einheiten oder als Komponenten. Nachhaltig und wartungsarm – diese Grundsätze gelten für ein Gerät genauso wie für ein Gebäude.















