Make: mit Schweizer Werten

Investieren in unseren Heimvorteil

Hohe Bildungsstandards, Innovationskraft, fortschrittliche Infrastruktur, gute Lebensqualität und die Marke Schweiz steigern unsere Wettbewerbsfähigkeit, und erlauben uns, auch in Zukunft das Label «Swiss Made» in die Welt zu tragen. Um weiterhin erfolgreich am Standort Zug zu forschen, entwickeln und produzieren, machen wir unseren Denk- und Werkplatz fit für die Zukunft und investieren in sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Standorte. Mit der Umsetzung des Tech Clusters Zug (TCZ) entsteht in enger Zusammenarbeit mit anderen Partnern auf unserem Stammareal ein integriertes Innovationsquartier für V-ZUG, den Wirtschaftsraum Zug und den Werkplatz Schweiz. Dabei wollen wir vorausgehen und neue Standards setzen. Die aktuellen und geplanten Ausbaustufen sind der Grafik unten zu entnehmen.

Erneuerbare Energie direkt vor Ort

Der Multi Energy Hub (MEH) wird ab Ende 2022 das Areal und auch umliegende Bezüger mit Energie aus verschiedenen nachhaltigen Quellen versorgen und den TCZ dabei weitgehend zum Lokalversorger machen. Als Energiequellen werden Abwärme, Grundwasser und Seewasser vom Zugersee (Circulago) eingesetzt. Ein zentraler Baustein ist die Stromerzeugung und -verteilung auf dem Areal, die mit Photovoltaik, Stromspeicherung und E-Mobilität sowie zukünftig mit Power-to-Gas auf maximale Eigenversorgung abzielt. 

Die neue Zentrale, in welcher ein Austausch sämtlicher Energie- und Medienflüsse stattfindet, befindet sich im Hochregallager ZUGgate. Wenn man variabel anfallende erneuerbare Energie nutzen möchte, sind hohe Anforderungen an Energiespeicherung und Verbrauchssteuerung gestellt. Beim Multi Energy Hub wird deshalb ausgelotet, wie überschüssige Energie zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden kann, zum Beispiel via Umwandlung von Strom in Wärme oder Gas. Dieser Trend zur Netzkonvergenz wird ergänzt durch die energetische Verbindung der Bereiche Mobilität, Immobilien und Industrie. So könnte beispielsweise Solarenergie zu Wasserstoff umgewandelt und zum Aufladen der Brennstoffzellen-Batterien von Elektroautos verwendet werden. Damit erhält das Ziel der energetischen Selbstversorgung des Clusters auch für den Bereich Mobilität eine ganz neue Dimension.

Wärme, wenn man sie braucht

Die Herstellung unserer Geräte benötigt nicht nur Energie, sondern erzeugt auch Abwärme, diese wollen wir künftig in das Versorgungssystem einbinden. Im Sommer speichern wir die Prozesswärme im Grundwasser und entziehen sie wieder, beispielsweise zum Heizen im Winter. Wir planen jedoch nicht, alle Produktionsprozesse in das Abwärmenetz des MEH zu integrieren. Wärme ist Energie, die schnell verloren geht. Je näher – sowohl räumlich als auch zeitlich – wir sie nutzen, desto besser. Die Abwärme vom Emaillieren beispielsweise können wir direkt in den vorgeschalteten Anlagen wiederverwenden, ohne die Energie zwischenzeitlich an den MEH zu übergeben. 

Bauen, aber nachhaltig

Wir verfolgen bewusst eigene Prinzipien zur ökologischen Erstellung von Neubauten. Dazu schauen wir uns die konkreten Möglichkeiten vor Ort an und setzen auf Leuchtturm-Projekte. Den Fokus legen wir auf Holzbau, Reduktion und Optimierung von Beton sowie kompakte Bauten. Obwohl Beton eine relativ schlechte CO2-Bilanz hat, verzichten wir nicht kategorisch darauf, sondern verwenden ihn dort, wo er uns Vorteile bringt. Die Zusammenarbeit mit dem ETH-Spin-off Neustark beispielsweise verdeutlicht unsere Herangehensweise. Anstatt Kies und Sand verwenden wir Recycling-Granulat aus dem Gebäuderückbau für die Betonherstellung. Dieses Granulat wird zusätzlich mit CO2 behandelt. Dadurch ist es weniger porös und reduziert den Bedarf an Bindemittel aus Zement. Und weil das Granulat CO2 permanent bindet, wird es zu einem Speicher für das klimaschädliche Gas, welches sonst in die Atmosphäre entweichen würde. 

Holz und Photovoltaik für die Neubauten

Für das zweite Obergeschoss des Zephyr Hangars in Zug verwenden wir Holz als Baumaterial. So fallen im Vergleich zu einem Stahlbau etwa zwei Drittel weniger Treibhausgasemissionen an. Die Herstellung ist zum einen weniger CO2-intensiv, zum anderen wird Kohlenstoff durch die Holzbauweise langfristig gebunden. Die abgeschrägten Dachflächen lassen nicht nur natürlichen Lichteinfall zu, sondern bieten auch Platz für unsere bisher grösste Photovoltaikanlage.

Beim Neubau der V-ZUG Kühltechnik AG in Sulgen schufen wir ebenfalls die Voraussetzungen für eine umweltfreundliche Energieversorgung. Die Solaranlage auf dem Dach produziert erneuerbaren Strom. Und dank der Möglichkeit der Grundwassernutzung deckt die eingebaute Wärmepumpe bis zu 80 Prozent des jährlichen Heizbedarfs CO2-neutral ab. 

Vertikale Konstruktion optimiert Produktionsprozess

Der Zephyr Gebäudekomplex ist der Tatbeweis für den Produktionsstandort Schweiz und setzt gleichzeitig ein Zeichen für die Zukunft des Unternehmens – und auch für seine Geschichte. Die Investition in die neue Produktion verknüpft den traditionellen Qualitätsanspruch der V-ZUG mit einer gesteigerten Effizienz und industrieller, aber auch städtebaulicher Weitsicht. Die neue Fabrikanlage Zephyr Ost wird ab 2023 zusammen mit dem 2016 bezogenen Gebäude Mistral und dem Hochregallager ZUGgate eine einzige Produktionslinie mit einem optimalen Warenfluss bilden. Die neue Anlage orientiert sich am Konzept der vertikalen Verdichtung. Neu verteilt sich die Produktion auf mehrere Geschosse und ist gemäss ihren Prozessen gegliedert: So werden die Komponenten für die Montage nach ihrer Anlieferung auf möglichst effiziente Weise angeordnet und zusammengefügt. Zusammenhängende Prozesse werden als Einheit betrachtet und bearbeitet und nicht aufgrund verfügbarer Flächen voneinander getrennt. Diese Vertikalisierung erlaubt es V-ZUG, Wege einzusparen, sodass nur ein Bruchteil der Bodenfläche einer Fabrik «auf der grünen Wiese» benötigt wird. Das Resultat sind kürzere Durchlaufzeiten und reduzierte Lagerbestände – insgesamt eine Verdoppelung der Flächeneffizienz.

Mobility Hub Zug Nord

Mobilität ist ein wichtiges Thema und wir möchten, dass es für unsere Mitarbeitenden möglichst einfach ist, diese nachhaltig zu gestalten. Mit dem grosszügigen Parkhaus, das 2022 im Norden des Areals fertig gestellt wird, ermöglichen wir der Belegschaft und den Besucherinnen und Be¬suchern, von der hervorragenden Anbindung an den Stadtverkehr zu profitieren, ohne das Strassennetz zusätzlich zu belasten. Der Mobility Hub ist direkt an die Autobahntangente Zug-Baar angebunden und wird über zahlreiche Eigen¬schaften eines intelligenten Parkhauses ver¬fügen: Nutzerinnen und Nutzern des Hubs stehen neben Ladestationen für elektrische Autos auch E-Bikes, E-Scooter oder gar ein selbstfahrender Bus zur Verfügung, um sich speditiv über das Areal und in die Stadt hinein zu bewegen. 

Der Mobility Hub soll die Entwicklung der Stadt Zug zu einer Smart City unterstützen und aktiv weitertreiben. In einer Gesellschaft, die von autonomen Fahrzeugen geprägt sein wird und in der «Mobility as a Service» den klassischen Autoverkehr ablösen wird, kann ein solcher Hub als Labor fungieren, in dem neue Mobilitätskonzepte für die Stadt getestet, ausprobiert und verfeinert werden. Angebunden wird der Mobility Hub auf jeden Fall an den MEH, damit zum Beispiel Solarstrom für das Aufladen der Fahrzeuge verwendet werden kann.